Mittwoch, 24. Mai 2017

~Eule rezensiert~ Der Schwarze Thron - Die Schwestern




Der Schwarze Thron - Die Schwestern von Kendare Blake
(engl.: Three Dark Crowns)
übersetzt von Charlotte Lungstrass-Kapfer
Band 1 von 2
High Fantasy
448 Seiten
Erschienen am 09.05.2017 bei Penhaligon

 

Sie sind Schwestern. Sie sind Drillinge, die Töchter der Königin. Jede von ihnen hat das Recht auf den Thron des Inselreichs Fennbirn, aber nur eine wird ihn besteigen können. Mirabella, Katharine und Arsinoe wurden mit verschiedenen magischen Talenten geboren — doch nur, wer diese auch beherrscht, kann die anderen Schwestern besiegen und die Herrschaft antreten. Vorher aber müssen sie ein grausames Ritual bestehen. Es ist ein Kampf um Leben und Tod — er beginnt in der Nacht ihres sechzehnten Geburtstages... (Klappentext lt. Verlag)


Bereits vor Erscheinen war dieses Buch in aller Munde und hat auch mich sofort neugierig gemacht. Es hört sich einfach total nach einer Geschichte für mich an. Und mein Riecher hat mich nicht im Stich gelassen.

Abwechselnd lernen wir die Drillinge kennen, denn jedes Kapitel ist aus der Sicht einer anderen Schwester geschrieben. Und schnell wird klar, wie die Welt funktioniert in der sie leben und dass den  jungen Königinnen noch so einiges bevorsteht. Denn das Beltane-Fest rückt immer näher, was bedeutet, dass eine von ihnen zur Alleinherrscherin gekrönt wird. Doch dazu muss sie ihre zwei Schwestern töten. Hilfreich sind da die unterschiedlichen Fähigkeiten, die jede Schwester von Geburt an in sich trägt. So wächst Mirabella bei den Elementwandlern, Katharine bei den Giftmischern und Arsinoe bei den Naturbegabten auf, voneinander getrennt und darauf getrimmt, einander zu hassen.

Allein die Idee hat mich schon sehr begeistert und auch die Mädchen an sich konnten mich sofort in ihren Bann ziehen. Am liebsten bin ich mit der ruppigen, aber dennoch sympathischen Arsinoe und deren besten Freundin Jules unterwegs gewesen. Aber auch Katharines Handlungsstrang mochte ich sehr, weil vor allem sie in ihrer Ausbildung als Giftmischer-Königin einiges auszustehen hat und sie mir oft sehr leid tat. Allzu schwache Nerven sollte man nicht besitzen um das zu lesen. Mirabella, ein im Grunde herzensgutes Mädchen, blieb mir dann aber leider im Gegensatz etwas zu farblos. Dennoch hat es mir Spaß gemacht jede einzelne auf dem Weg bis hin zum Beltane zu begleiten und es gab keinen Moment, wo ich nicht von ihrer Geschichte gefesselt war.

Das Hauptaugenmerk liegt wirklich ganz eindeutig auf den Charakteren und wie sie mit ihren Schicksalen zurechtkommen. Wer von vornherein Action, Mord und Totschlag erwartet, ist hier an der falschen Adresse. Es entwickelt sich alles eher gemächlich, man lernt die Protagnonistinnen kennen und man wird dennoch von den Geschehnissen unweigerlich gepackt und in den Bann gezogen. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass die Geschichte der drei Schwestern unheimlich dynamisch und spannend erzählt wird, allein schon durch die häufigen Perspektivwechsel wird man auf Trab gehalten. Natürlich spielen auch Männer in der Welt der Königinnen eine Rolle, aber auch hier fand ich die kleinen Liebesgeschichten fein eingewoben in die Geschichte.

Hinzu kommt ein interessanter Weltentwurf, der mit Ideenreichtum und Magie glänzt und einer Story, die so einige Intrigen und überraschende Wendungen parat hält. Dem ein oder anderen mag es vielleicht etwas zu viel erzwungenes Drama sein, ich für meinen Teil hatte aber meine helle Freude daran. Zu viel möchte ich zu der Geschichte nicht sagen, weil man sich, meiner Meinung nach, einfach reinfallen und begeistern lassen sollte. Ich habe mich jedenfalls immer gefreut, wenn ich Zeit hatte dieses Buch wieder in die Hand zu nehmen und nach Fennbirn abzutauchen.

Das Ende verspricht einen ebenso rasanten und spannenden zweiten Band, den ich schon jetzt kaum erwarten kann. Ich will unbedingt wissen, wie das tödliche Gerangel um den schwarzen Thron ausgeht. Zum Glück müssen wir "nur" noch bis Ende September warten.


Sehr erfrischendes Buch, das mit tollen Ideen aufwarten kann und zudem wirklich grandios umgesetzt wurde. Mich hat es total gefesselt und war definitiv ein Highlight. Alle Fans von High Fantasy mit jungen Protagonisten, sollten sich das Buch auf jeden Fall mal näher anschauen.

  • (Cover: 5/5)
  • Schreibstil: 5/5
  • Story: 4,5/5
  • Idee: 5/5
  • Charaktere: 4,5/5
  • Atmosphäre: 5/5
    Ergibt eine Gesamtbewertung von: 
 



Vielen herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensions-Exemplar.


Donnerstag, 18. Mai 2017

~Eulengeschnatter #13~ Jugendbücher in der Kritik: macht das noch Spaß oder kann das weg? | CR | WuLi Juni





Hallo ihr Lieben,

wie ihr dem Titel des Posts bereits entnehmen könnt, soll es diesmal im Geschnatter um Jugendbücher gehen. Auch mich beschäftigt diese Frage derzeit sehr, denn von allen Seiten höre ich immer mehr Kritik an diesem Genre. Und da ich selbst sehr gerne Jugendbücher lese, mache ich mir da natürlich auch so meine Gedanken.

Was viele aufzuregen scheint, sind die ständigen Wiederholungen und Klischees. Jugendbücher werden oft nach einem bestimmten Schema geschrieben. Autoren springen auf den Erfolgszug bereits erschienener Geschichten auf und stricken ihre Bücher nach dieser Vorlage. So kann man in so gut wie jedem Jugendbuch z.B. eine junge Dame erwarten, die sich in einem Konflikt befindet oder über eine besondere Gabe verfügt und einen jungen Mann, der ihr zur Seite steht. Selbstverständlich entwickelt sich zwischen den Beiden eine Romanze. Und es ist dabei egal ob man in Richtung Dystopie, Science Fiction oder Fantasy guckt, dieses Schema (und noch andere) findet sich fast überall. Auch in ganz normalen contemporary Geschichten oder New Adult (das ja gerne zu den Jugendbüchern gestellt wird), begegnet einem ein immer ähnlicher Ablauf.
Wobei New Adult á la "Paper Princess", "After Passion" usw. ja auch wieder ein ganz anderes Thema ist und gerade ja auch wieder heiß diskutiert wird. Es sind jedenfalls keine Geschichten, die ich lesen möchte und voraussichtlich auch nicht lesen werde. Deshalb möchte ich mich da auch nicht einmischen und kann eben zu der Frage, ob das in Ordnung ist, sie in die Jugendbuch-Sparte zu packen, auch nichts sagen. Das können andere sicher besser beurteilen.

Zurück zum Allgemeinen: Ich verstehe, dass es so langsam nervt und man sich etwas Neues ersehnt. Oder sich dem ganzen auch einfach entwachsen fühlt und man sich mit den jungen Protagonisten einfach nicht mehr identifizieren kann, weil man sich weiter entwickelt hat. Sind wir mal ehrlich: ich bin auch schon längst nicht mehr Zielgruppe ;). Wobei die Autoren selbst ja auch oft keine Teenager mehr sind ;D.

Jedenfalls geht es mir auch manchmal so, wie einigen anderen und ich habe schon über viele Jugendbücher die Stirn gerunzelt und mir manches Mal etwas innovativeres gewünscht oder gedacht "Himmel, ich bin einach zu alt dafür". Aber dennoch macht mir persönlich das Genre immer wieder Spaß und ich möchte es einfach nicht komplett aufgeben. Oft finde ich es sogar ganz beruhigend, dass ich ungefähr weiß, was ich erwarten kann. Und ich finde immer wieder kleine Juwelen, die mich begeistern und für die es sich lohnt, dem Genre treu zu bleiben.

Sicherlich brauche ich auch mal etwas anderes und gerne stecke ich meinen Schnabel auch mal in "erwachsenere" Bücher. Ohne diesen Ausgleich wäre ich wahrscheinlich auch wesentlich angefressener den Jugendbüchern gegenüber. Noch habe ich allerdings das Gefühl, dass ich immer wieder gerne zu diesem Genre zurückkehre und freue mich, wenn ich mich einfach nur berieseln lassen kann. Denn mehr möchte ich nach einem langen und/oder nervigen Arbeitstag auch oft nicht.

Fazit: Noch machen Jugendbücher mir Spaß und ich kann mich der allgemeinen Abneigung nicht anschließen, auch wenn ich die meiste Kritik ganz gut nachvollziehen kann und es auch verstehe, wenn jemandem die Lust darauf ganz vergeht. Ich hoffe sehr, dass es bei mir nie der Fall sein wird, auch wenn ich natürlich nicht jünger werde und sich das Genre wahrscheinlich auch nicht von heute auf morgen neu erfinden wird ;).

Wie geht es euch bei Jugendbüchern? Machen sie euch noch Spaß oder nerven sie euch? Was sagt ihr zu den ganzen Diskussionen? Ich freue mich auf eure Meinung!
Currently Reading

     

Der Schwarze Thron habe ich als Rezi-Exemplar bekommen, was mich natürlich total gefreut hat. Die ersten 100 Seiten lasen sich auch weg wie nichts und bisher bin ich wirklich begeistert von der Geschichte. Ich hoffe sehr, dass es so bleibt.
Bei Feuer und Wind komme ich hingegen nicht so richtig voran. Der Schreibstil ist strengt mich an. Auch wenn mich die Geschichte schon total interessiert, fällt es mir irgendwie schwer, in der Geschichte anzukommen und einen angenehmen Lesefluss zu finden. Und das noch nach 160 Seiten... ich werde es noch weiter versuchen, da ich ungern Bücher abbreche. Hoffentlich wird es noch besser und nimmt an Fahrt auf.
Beim 3. Band vom Juwel bin ich fast fertig. Noch 50 Seiten oder so und es ist (leider) vorbei mit dieser Trilogie. Auch dieser Band ist wieder sehr rasant und spannend und hat mich einfach wieder von der ersten Seite an gepackt. Dumm nur, dass ich die letzten Tage mal wieder überhaupt keine Zeit zum Lesen hatte, sonst wäre ich schon längst fertig gewesen. Wobei ich hier eher mit einem lachenden und einem weinenden Auge an das Ende denke...

Wunschlistenfutter Juni


Für den Juni habe ich mir tatsächlich nur ein einziges Buch vorgemerkt Oo. Ich kann es selbst kaum glauben. Garantiert ist mir wieder irgendwas durch die Lappen gegangen. Aber ich freue mich total auf den dritten Band der Königin der Schatten :).





Sonntag, 14. Mai 2017

~Eule rezensiert~ Die dunklen Mauern von Willard State




Die dunklen Mauern von Willard State von Ellen Marie Wiseman
(engl.: What she left behind)
übersetzt von Sina Hoffmann
Familiengeschichte auf 2 Zeitebenen
464 Seiten
Erschienen am 09.11.2015 bei Piper

 

Zehn Jahre ist es her, dass eine schicksalhafte Nacht für Izzy Stone alles veränderte: Ihre Mutter erschoss ihren Vater während er schlief. Seitdem lebt die nun 17-Jährige bei Pflegefamilien. Als sie für ein Museum Gegenstände ehemaliger Insassen der alten und berüchtigten psychiatrischen Anstalt Willard State Asylum katalogisiert, stößt sie auf einen Stapel ungeöffneter Briefe und das alte Tagebuch einer gewissen Clara Cartwright. Je mehr sie über Claras Leben in Erfahrung bringt, desto mehr klären sich auch die Rätsel ihres eigenen Lebens... (Klappentext laut Verlag)



Das Büchlein verweilte nun schon ein paar Monate auf meinem SuB und als ich es letztens mal wieder in der Hand hatte, habe ich mich endlich dazu entschlossen es zu lesen. Nicht zuletzt, weil viele sehr angetan davon waren und ich sowieso endlich mal etwas in diesem Genre lesen wollte. Und ich glaube, das war auch nicht das letzte Buch zu dem ich in dieser Sparte gegriffen habe.

Wie es oben bei den Fakten bereits steht, spielt die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Einmal befinden wir uns bei Clara im Jahre 1929, einer jungen Frau, die unter den Vorgaben und Bestimmungen ihrer Eltern leidet und gerne eigene Entscheidungen treffen würde. Dies bringt ihr letztendlich aber nur Ärger ein und sie findet sich hinter den Mauern der psychiatrischen Anstalt Willard State wieder. Jahre später, nämlich im Jahr 1995, findet die junge Izzy bei ihrem Job im Museum Claras Tagebücher. Sie versucht auf Claras Spuren zu kommen, hat dabei aber auch sehr mit sich und ihrem eigenen Leben zu kämpfen.

Beide Frauen sind auf ihre Art interessant und haben mich mit ihren Geschichten gefesselt. Wobei Clara deutlich mehr meine Aufmerksamkeit fesseln konnte als Izzy. Auch wenn beide Schicksale gewiss nicht leicht zu verdauen sind, so hat mich die Tatsache, dass Clara zu Unrecht in eine Psychiatrie, auch noch zu der Zeit, eingesperrt war und irgendwie klar kommen musste, viel mehr fasziniert hat. Das war schon ziemlich heftig zu lesen, denn es geht nicht gerade zimperlich zu, wie man sich vorstellen kann. Die Autorin weiß, wie man einen Leser einfängt und bei der Stange hält. Auch wenn der Einstieg noch ein wenig ruhig war, so hat man sich mit der Zeit immer mehr in die Geschichte eingefunden. Dabei ist der Schreibstil unkompliziert und schnörkellos und man kann den Geschehnissen leicht folgen.

Allgemein ist die Stimmung im Buch eher düster und ständig schwingt ein kleiner Hauch von Verzweiflung und Ausweglosigkeit mit. Wenn man gerade sowieso in einer etwas gedrückten Stimmung ist, muss man sich darauf gefasst machen, dass es einen noch etwas weiter runter zieht. Aber ansonsten ist es auch von der Atmosphäre gut gelungen und man bekommt ein gutes Gefühl für die Situationen der beiden Frauen.

Wie das ganze dann letztendlich aufgelöst wurde und wie die zwei Handlungsstränge zusammen liefen, hat mir leider nur bedingt gefallen. Es war ganz nett, aber für meinen Geschmack ein wenig zu kitschig, wenn man es mit den vorherigen Ereignissen vergleicht. Aber insgesamt hat es durchaus ein rundes Bild ergeben. Das ist halt einfach Geschmackssache nehme ich an.


Eine fesselnde Geschichte die einen unweigerlich mitnimmt und sicherlich nicht kalt lässt. Bis auf ein paar klitzekleine Unstimmigkeiten fand ich es wirklich gelungen und habe es trotz der bedrückenden Thematiken, die hier zusammen kommen, gerne gelesen. Für Fans des Genres sicherlich ein kleiner Schatz.

  • (Cover: 4/5)
  • Schreibstil: 4,5/5
  • Story: 3,5/5
  • Idee: 4/5
  • Charaktere: 3,5/5
  • Atmosphäre: 4,5/5
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