Montag, 6. Januar 2014

~Eule rezensiert~ Iloo - Die andere Welt von Michael Stappert (Ebook)

Titel: Iloo - Die andere Welt
Autor: Michael Stappert
Genre: Science-Fiction
Seiten: 416
Erschienen: 08.02.2013
TB: 14,80€ [D]
Ebook: 4,11€
Verlag: CreateSpace




Inhalt:

Rainer Kornmänger ist am Ende, denn er hat sowohl Frau als auch Job verloren. Kopflos rast er auf der Autobahn in ein Stauende... und wacht in einer anderen Welt und in einem anderen Körper wieder auf. Er befindet sich nun in einer Welt namens Iloo, auf der die Evolution zu denkenden Lebewesen nicht mit Affen sondern mit Katzen stattgefunden hat. Nun muss sich Rainer in dieser eigenartigen Welt und im Körper des Feliden und Wissenschaftlers Inolak zurecht finden und glaubhaft als dieser weiter leben. Das gelingt ihm erstaunlich schnell und mit seinem menschlichen Wissen versucht er die noch nicht so weit forgeschrittene Welt der Feliden zu einem besseren Ort zu machen und zu neuen Technologien zu verhelfen.

Meine Meinung:

Ich hatte ja vor ein paar Wochen eine Rezension zu diesem Ebook auf Lyricas Blog entdeckt und war gleich ziemlich angetan von den Ideen dieses Buches. Obwohl es nur 3 Punkte von Lyrica bekommen hat, dachte ich mir, kann man bei dem Ebook-Preis nicht viel falsch machen.

Zum Glück habe ich Recht behalten, denn das Buch ist wirklich ein schöner Zeitvertreib. Was das Gesamtbild angeht, bin ich zwar ganz Lyricas Meinung, aber dennoch ließ sich das Buch gut lesen und da ich ja wusste worauf ich mich einlasse, wurde ich auch nicht enttäuscht.

Die Ideen sind natürlich wunderbar, da hat sich meine Begeisterung wirklich bestätigt. Allein die Idee, dass die Evolution in dieser Parallelwelt Iloo ganz anders verlaufen ist und auch der komplette Aufbau dieser Welt haben mich sehr fasziniert. Da hat der Autor wirklich bis ins Detail geplant wie Iloo sein könnte und was tolles geschaffen. Diese Welt ist sehr vielschichtig und befolgt ihre eigenen Regeln, es wurde sehr genau über den Fortschritt nachgedacht und auch wie diese Feliden miteinander interagieren. Es herrschen Gildesysteme (Wissenschaftlergilde, Heilergilde, Technikergilde usw.) die untereinander Handel treiben und voneinander profitieren. Innerhalb dieser Gilden gibt es dann nochmal spezielle Gesetze die nur eben diese Gilde betreffen. Z.B. ist es bei den Wissenschaftlern (und auch bei vielen anderen) üblich die Frauen als Dienerinnen zu beschäftigen weil sie in den Augen vieler als minderwärtig angesehen werden. Das ist auch ein Hauptproblem in dieser Welt, was Rainer zu korrigieren versucht.

Auch die Geschichte an sich hat durchaus Potenzial, ich finde aber auch, dass eben dieses nicht vollends ausgeschöpft wurde. Vieles ging mir viel zu schnell, z.B. wie sehr sich sowohl Rainer, als auch der echte Inolak sich an ihre jeweilige Situation gewöhnt haben und dann sogar noch die Kraft und den Mut hatten etwas zu bewegen in einer ihnen völlig fremden Welt. Und auch die Personen um sie herum haben das für meinen Geschmack viel zu schnell hingenommen, was die beiden sind. Einer völlig fremden Welt zu entstammen, birgt erstmal riesengroßes Konfliktpotenzial, nicht nur gegenüber anderen Personen sondern vor allem auch einen inneren Konflikt. Das wurde komplett übergangen und einfach fröhlich weiter gemacht, als wäre es das Normalste auf der Welt mal eben so eine Seelenwanderung zu machen. Das ist echt schwach und da hätte ich mir dann doch etwas mehr erwartet. An solchen Stellen mutet der Schreibstil des Autors beinahe kindlich und naiv an, wenn er auch sonst wirklich ganz angenehm ist, aber ab und zu holpert es doch ganz schön.

Die Charaktere sind durch die Bank weg sehr liebenswürdig und vor allem ehrgeizig und strotzen nur so vor Energie. Das hatte ich jetzt aber z.B. bei dem Feliden Inolak anders erwartet, der dann ja mit Rainer quasi die Plätze tauscht und ab ca. der Mitte des Buches dann auf der Erde mitmischt. Auf Iloo wird er als relativ streng und konservativ beschrieben, grade auch im Umgang mit seiner Dienerin Innilu, die er ja nach belieben züchtigen oder auch in sein Bett holen darf. Auf der Erde sind aber diese Eigenschaften und Ansichten gegenüber Frauen mit einem Wimpernschlag verraucht, kein Wiederstand, kein Leugnen, kein Aufbegehren, nichts. Da wurde es dann unglaubwürdig. Was macht denn den Charakter Inolak nun aus? Er glich am Ende immer mehr Rainer, die Beiden waren kaum noch zu unterscheiden.

Apropos Rainer, der macht ja auf Iloo auch ganz schön was mit und mausert sich im Zeitraffer von der gescheiterten Existenz zum größten Hecht der gesamten Welt. Er betreibt Inolaks Forschungen nicht nur weiter um nicht aufzufliegen sondern macht klammheimlich mal allein eine bahnbrechende Erfindung (gut, er kannte sich im Grunde schon damit aus), wird in den großen Rat gewählt, gründet eine eigene Gilde, emanzipiert die Dienerinnen und gründet eine Familie mit Inolaks Dienerin Innilu. Okay, die Beiden sind schon irgendwie süß zusammen, aber trotzdem... Das ist schon ganz schön heftig für einen Orts- und Kulturfremden (Weltfremden sogar) und das innerhalb welcher Zeitspanne? Zwei Jahre? Das wird auch nicht so richtig klar.

Fazit:

Dank der Ideen und der süßen Charaktere ist das Buch ein kleiner Lesespaß für Zwischendurch und mal echt was Neues. Es gibt aber leider auch sehr viel verschenktes Potenzial, wo ich mir an vielen Stellen echt mehr Tiefe, grade bei den Charakteren und deren Handlungen, gewünscht hätte. Kann man durchaus lesen, ist aber auch nicht schlimm wenn mans nicht tut.

Bewertung:

Cover: 4/5
Schreibstil: 2,5/5
Story: 3/5
Charaktere: 3/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von:



1 Kommentar:

  1. Die Idee hört sich echt gut an, aber wenn es was "für zwischendurch" ist, fehlt mir wahrscheinlich der Tiefgang. Das finde ich immer sehr schade, denn solche Geschichten reizen mich gar nicht. Da geht dann doch einiges verloren, obwohl die Idee an sich nicht schlecht ist ...

    LG, Aleshanee
    Weltenwanderer

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