Montag, 24. Februar 2014

~Eule rezensiert~ Noah von Sebastian Fitzek

Titel: Noah
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Thriller
Seiten: 560
Erschienen: 20.12.2013
HC: 19,99€ [D]
Ebook: 14,99€
Verlag: Bastei Lübbe




Inhalt: 

Noah kann sich an nichts erinnern. Er wird eines Tages mit eine Schusswunde in der Schulter von dem schrulligen Obdachlosen Oscar gefunden und gesund gepflegt. Doch sein Gedächtnis bleibt stumm, er kennt nicht einmal seinen eigenen Namen, er hat nur ein Tattoo auf dem Handgeleng: NOAH. Als Noah streift er mit Oscar durch Berlin und als sie eines Nachts in einem U-Bahn Schacht unter einem Stapel Zeitungen zugedeckt nächtigen wollen, entdeckt er auf einer Zeitungsseite einen Artikel über ein Gemälde dessen Maler unauffindbar ist. Beim Betrachten des Bildes rührt sich plötzlich Noahs Gedächtnis und er glaubt sich an etwas zu erinnern. Er meldet sich auf den Artikel und plötzlich sind wieder Autragskiller hinter ihm und Oscar her. Wer ist Noah? Und wer sind die Leute die hinter ihm her sind?

Meine Meinung:

Zuerst einmal muss ich vorweg sagen, dass das eigentlich kein Genre ist, welches ich üblicherweise lese. Ich bin nur durch die vielen positiven Stimmen darauf gestoßen und war doch letztendlich interessiert genug, dass ich es lesen wollte. Und ich habe es auch nicht bereut. Es ist zwar nicht so 100 prozentig mein Ding gewesen aber dennoch hat es mich positiv überrascht.

Zuerst einmal ist der Schreibstil wirklich sehr einnehmend und fesselnd. Herr Fitzek hat eine wunderbare Art zu schreiben die den Leser einfängt und nicht mehr los lässt. An Spannung fehlt es auch absolut nicht, denn es werden unglaublich viele Überraschungen und Wendungen eingebaut, so dass man von selbst überhaupt nicht auf die Lösung kommt. Außerdem gibt es unterschiedliche Handlungsstränge wovon die meisten dann schlussendlich auch zusammen laufen, bis auf einen, was mich dann leider ziemlich gestört hat.
Es gibt Passagen, die in den Slums auf den Philippinen spielen und den Überlebenskampf einer Mutter mit einem 7-jährigen Sohn und einem Säugling zeigen. Dennoch hat am Ende dieser Handlungsstrang in meinen Augen keine Bedeutung mehr, weil er nicht zur Auflösung beiträgt und das lässt ihn im Nachhinein irgendwie unwichtig erscheinen. Das finde ich ziemlich schade denn eigentlich fand ich es ganz interessant.

Leider wurde die Geschichte dann ab der Mitte des Buches für meinen Geschmack auch immer abgedrehter. Den Anfang fand ich wirklich noch sehr gut und auch plausibel. Aber als Oscar dann mit seinen Verschwörungstheorien anfing und die sich dann auch noch so Stück für Stück bewahrheitet haben, wurde es für mich dann doch etwas zu viel. Ich finde zwar Verschwörungstheorien ganz interessant aber in so einem Roman wirkte das auch mich doch leider etwas befremdlich. Das war ja fast noch extremer als bei den Werken von Dan Brown und den kann ich schon absolut nicht lesen.

Die Idee ist zwar grundsätzlich nicht schlecht, den Hinweis auf die ganze Missstände in der Welt eingeschlossen, aber für mich verlor das Buch dadurch an Glaubwürdigkeit und dieser extrem belehrende Tonfall zwischendrin war auch nicht so mein Ding. Klar gibt es Vieles, was schlecht läuft auf der Erde, ich glaube die Meisten von uns wissen das auch und brauchen nicht noch mehr erhobene Zeigefinger. Das ist ja auch nicht so einfach was zu ändern.

Die Charaktere waren mir dann wiederum sehr sympathisch und sie haben mir durchweg alle ganz gut gefallen. Besonders Noah ist mit seiner Amnesie ein sehr spannender Charakter.

Fazit:

Ein wirklich lesenswerter, spannender Thriller, den sicher viele sehr mögen werden und ja auch bereits mögen. Mein Fall war es leider nicht ganz weil es mir zu abgedreht wurde und ein Handlungsstrang den ich toll fand leider ins Leere lief. Aber dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt und kann das Buch durchaus empfehlen. Wenn ihr Fans von Verschwörungen und Thriller seid, dann ist es bestimmt etwas für euch.

Bewertung:

Cover: 3,5/5
Schreibstil: 5/5
Story: 3,5/5
Charaktere: 4/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von:

Kommentare:

  1. Hallo meine Liebe,
    es hat mich wirklich sehr gefreut, dass du an unserer Leserunde teilgenommen hast, obwohl Thriller eigentlich gar nicht so dein Ding sind!
    Ich fand es auch sehr schade, dass die Slum Szene eher nur eine Parallelhandlung des Haupthandlungsstrangs geblieben ist! Dort hätte ich mir ebenfalls gerne eine engere Verknüpfung gewünscht bzw. man hätte sonst auch manche Szenen einfach streichen können!
    Für meinen Geschmack stellt Noah auch keinen klassischen Thriller dar, sondern ist wohl eher für Fans von Verschwörungstheorien etwas.
    Hab noch einen schönen Abend und Danke nochmal fürs Mitmachen <3
    Liebe Grüße
    Steffi

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  2. Über das Buch bin ich jetzt auch schon oft gestolpert, aber Thriller lese ich eher auch selten. Trotz deiner ja eigentlich guten Meinung glaube ich aber trotzdem, dass er nichts für mich ist ... einfach nach dem Gefühl heraus.
    Aber das macht ja auch nix, mein SuB wächst mir eh schon über den Kopf *g*

    GLG Aleshanee

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  3. Hallo,
    schöne Rezi. Auch wenn ich es jetzt nicht so belehrend empfand wie du, schon aus dem Grund, dass am Ende der Geschichte ja deutlich wird, dass es noch keine Lösung für die Probleme gibt und Fitzek diese auch nicht hat.

    Es hat Spaß gemacht das Buch mit euch zusammen zu lesen.

    Liebe Grüße
    Julia

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  4. @Steffi: Danke, dass ich bei der Leserunde mitmachen durfte! :)
    Ja, wirklich blöd gelaufen mit der Slum-Handlung... Schade eigentlich, aber kann man nix machen ^^'. Ein klassischer Thriller ist das auch wirklich nicht, vielleicht konnte ich ihn deswegen auch einigermaßen mögen *lach* xD.

    @Alex: Das Bauchgefühl liegt ja meistens richtig ;). Und wenn der SuB eh schon fast zusammen bricht... Du verpasst auch nicht viel wenn du dieses Buch nicht liest, ist kein Must-Read ^^'.

    @Julia: Danke! Mir war es trotz der 'neutralen' Auflösung dennoch zu viel erhobener Zeigefinger, aber das ist ja auch Geschmackssache ;).

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