Freitag, 12. September 2014

~Eule rezensiert~ Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Englischer Titel: The Fault in our Stars
Autor: John Green
Genre: Jugendbuch
Seiten: 336
Preise: 16,90€ HC | 9,99€ Amazon Kindle
Verlag: dtv






 
Darum geht es:

Hazel Grace Lancaster ist 16 Jahre alt und hat Krebs seit ihrem 13. Lebensjahr. Zuerst war es 'nur' die Schilddrüse, dann bekam sie Metastasen in der Lunge. Ein experimentelles Medikament und ein Sauerstoffgerät, welches sie immer mit sich herumschleppt, helfen dabei ihr Leben zu verlängern. Doch ganz geheilt werden kann sie nicht und das weiß sie auch. Es ist nur eine Frage der Zeit und Hazel kapselt sich immer mehr von der Außenwelt ab.
Eines Tages trifft sie bei einer Selbsthilfegruppe für krebskranke Jugendliche, wo sie sich nur widerstrebend von ihrer Mutter hinbringen lässt, auf den gutaussehenden und schlagfertigen Augustus Waters. Gus hat durch Knochenkrebs ein Bein verloren und trägt eine Prothese. Allerdings wird ihm im Gegensatz zu den Anderen eine 85 prozentige Heilungschance prognostiziert und auch sonst wirkt er eher fehl am Platz in der Gruppe.
Die beiden fühlen sich gleich zueinander hingezogen und Hazel freundet sich mit ihm an. Sie tauschen ihre Lieblingsbücher, verbringen viel Zeit zusammen und Gus erfüllt ihre sogar den Wunsch einer Reise nach Amsterdam um ihren Lieblingsautor zu treffen. Langsam wird aus der engen Freundschaft mehr. Doch wie viel gemeinsame Zeit haben sie noch?



So fand ich es:

Wie rezensiert man ein Buch, das so rührend und emotional ist wie dieses? Mir hat einfach alles daran gefallen, die Stimmung, der Schreibstil, die Charaktere, die Überraschungen... Ich kann nichts negatives an diesem Buch finden.

Hazel ist als Hauptprotagonistin sehr gut gelungen. Sie ist tapfer, aber hat natürlich auch ihre gedanklichen Tiefen und wirkte auf mich sehr authentisch. Es fiel mir nicht schwer mich als Leser in sie hineinzuversetzen und ihre Gedanke und Gefühle nachzuvollziehen.
Sie legt manchmal einen doch recht trockenen Humor an den Tag, den ich wirklich unterhaltsam fand. Ich glaube ohne diesen Humor wäre ihr Schicksal beinahe unerträglich, deshalb fand ich gut, dass sie ihn sich bewahrt hat.
Auch Gus und ihre Freunde aus der Selbsthilfegruppe haben mir gut gefallen. Da passte einfach alles zusammen. Gus ist sich seines guten Aussehens bewusst ohne dabei total überheblich zu sein. Er ist charmant, fürsorglich und intelligent. So einen jungen Mann wünschen sich glaube ich viele junge Mädchen an ihrer Seite. Er ist perfekt ohne ZU perfekt zu sein und ich habe Hazel jeden Augenblick dieser zarten Romanze mit ihm gegönnt.
Hazels Eltern haben mir ebenfalls gut gefallen. Die überfürsorgliche und besorgte Mutter, die versucht für ihr Kind stark zu sein und der Vater der seine Tochter über alles liebt und alles für sie tut. Hazel hat Glück solche Eltern zu haben und das weiß sie auch zu schätzen, auch wenn nicht immer alles glatt läuft.

Innerhalb der Geschichte spielt noch Hazels Lieblingsbuch und dessen Autor eine große Rolle. Das Buch 'Ein herrschaftliches Leiden' hat sie bestimmt schon 20 mal gelesen. Auch darin geht es um ein krebskrankes Mädchen und deren Familie. Doch leider hat das Buch ein offenes Ende. Hazel wünscht sich nichts sehnlicher, als zu erfahren was mit den Personen darin passiert und will deshalb unbedingt den Autor Peter van Houten in Amsterdam treffen. Dieser Wunsch wird ihr erfüllt, doch das Treffen lief zu ihrer und auch zu meiner Überraschung ganz anders als erwartet. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, aber mir hat diese Entwicklung sehr gut gefallen, weil es so herrlich authentisch ist und es einmal mehr aufzeigt, dass das Leben nicht so einfach ist wie man es sich wünscht. Weil das Leben einfach so IST. Immer für Überraschungen gut, ob nun positiv oder negativ.
Ich finde es nur schade, dass 'Ein herrschaftliches Leiden' eine Erfindung ist, ich hätte es wahnsinnig gerne gelesen!

Der wunderschöne, flüssige Schreibstil des Autors, der Ernst und Humor perfekt miteinander verwebt, trägt den Leser wie auf einer Wolke bis zum Ende durch das Buch.
Das Ende an sich hat mich auch wieder mit offenem Mund, staunend und fassungslos, traurig und gleichzeitig gerührt zurück gelassen und ich kann nur sagen: Bravo!


Mein Fazit:

Dieses Buch ist nicht einfach nur irgendein 'Krebsbuch', es ist so viel mehr. Liebe, Freundschaft, Akzeptanz und Zusammenhalt aber auch die Schattenseiten des Lebens werden hier sehr einfühlsam behandelt. Mich hat die Geschichte emotional aufgewühlt und doch war ich nach dem Lesen irgendwie glücklich. Ein wunderschönes Jugendbuch und ein ernstzunehmender Anwärter auf mein Jahreshighlight.


Meine Bewertung:
  • Cover: 4/5
  • Schreibstil: 5/5
  • Story: 5/5
  • Charaktere: 5/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von 4,7:

 




 

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