Montag, 10. November 2014

~Eule rezensiert~ Die Dark Village Reihe von Kjetil Johnsen

Titel: Dark Village 
1. Das Böse vergisst nie
2. Dreht euch nicht um
3. Niemand ist ohne Schuld
4. Zurück von den Toten
5. Zu Erde sollst du werden
Autor: Kjetil Johnsen
Genre: Jugendkrimi/Thriller-Soap
Seiten: je 272
Preise: 9,95€ TB | 3,99€-7,99€ Amazon Kindle
Verlag: Coppenrath









Darum geht es:

Die 15-jährigen Schülerinnen Nora, Vilde, Trine und Benedikte sind schon seit vielen Jahren unzertrennliche Freundinnen. Doch als eine neue Lehrerin und der 16-jährige Nick an ihre Schule kommen ist plötzlich alles anders. Die Lehrerin ist einfach nur gemein, hauptsächlich zu den Mädchen und um Nick ranken sich allerlei Gerüchte über seine Vergangenheit. Auf einmal haben die vier Freundinnen Geheimnisse voreinander und kämpfen jede mit ihren eigenen Problemen, was sie immer mehr auseinander driften lässt. Und sie wissen noch nicht, dass in 20 Tagen eine von Ihnen ermordet wird. Doch wer ist es und wie kommt es dazu?


So fand ich es:

Nachdem ich so viel Gutes über diese Buchreihe gelesen habe, siegte auch bei mir die Neugier, obwohl das normalerweise kein Genre ist, das ich gerne lese. Ich habe es aber überraschenderweise ganz spannend gefunden und mich schnell mitreißen lassen.

Jetzt im Nachhinein ist es ein bisschen schwierig diese Buchreihe vernünftig zusammen zu fassen ohne viel zu verraten, deshalb habe ich lange überlegt wie ich diese Rezension schreiben will. Zu 100% hat mich die Reihe dann leider doch nicht überzeugt. Na klar, das Buch ist stark auf Jugendliche ausgelegt und das merkt man auch. Zum einen an dem sehr zackigen Schreibstil, der sehr wohl weiß Spannung zu erzeugen und den Leser sehr leicht durch die Seiten fliegen lässt, zum anderen natürlich auch an den vielen Konflikten die die Jugendlichen im Buch beschäftigen. Die erste große Liebe, sexuelle Orientierung, Probleme im Elternhaus usw. sind, neben den Geschehnissen rund um den Mörder der im kleinen Städtchen Dypdal sein Unwesen treibt, ein wichtiger Kern der Geschichte.
Nun ist das bei mir ja schon 11 Jahre her (Oh.mein.Gott.bin.ich.ALT!) wo ich 15 war und betrachte das ganze mittlerweile mit etwas mehr Abstand und fand einige Dinge etwas überzogen. Da passte die Bezeichnung Thriller-Soap, die viele diesem Buch geben, wirklich hervorragend, denn das beschreibt sehr treffend was einen hier erwartet. Dennoch habe ich die Charaktere schnell lieb gewonnen, weil sie sehr authentisch und echt beschrieben sind. Man kann sich die vier Freundinnen und auch die anderen Protagonisten unheimlich gut vorstellen. Das die (kurzen) Kapitel immer aus der Sicht der unterschiedlichen Personen geschrieben wurden, hilft dabei natürlich auch enorm.

Allgemein fand ich den Aufbau der Bücher nicht schlecht. Sie leben nicht nur von den Charakteren und deren Standpunkt sondern auch von den eingestreuten Flashbacks und das man bei manchen Kapiteln erst überlegen muss wen man gerade vor sich hat. Das ist nicht immer klar und so wird der Spannungsbogen auch durchweg hochgehalten. Gut fand ich auch, dass der erste Band mit dem Fund der Ermordeten startete und dann quasi ein Countdown von 20 Tagen runtergezählt wurde. In der Zeit wird dann beschrieben wie es zu dem schrecklichen Ereignis kam. Zu Beginn eines jeden Bandes gibt es auch einen 'Was bisher geschah...'-Teil. Sehr hilfreich für Leute die die Bücher jetzt nicht wie ich hintereinander weg lesen wollen.

Negativ würde ich allerdings sehen, dass es einige Wiederholungen gibt, wenn zum Beispiel zwei Personen gerade die gleiche Situation gemeinsam durchleben. Dann wird oft das Geschehen doppelt erzählt, nur eben aus unterschiedlichen Sichtweisen.
Die Bücher sind auch in einzelne Abschnitte unterteilt, die jeweils immer mit einem Zitat aus einem Lied beginnen, das dann im Laufe dieses Abschnittes irgendwie eingeflochten und Teil der Gedanken eines Charakters wird oder bei bestimmtem Begebenheiten im Hintergrund läuft. Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber der Autor hat da Schinken ausgegraben, da war ich mir manchmal nicht sicher ob ich das ernst nehmen kann, wenn da zum Beispiel der Liedtext von „I'm a Barbie Girl“ in der Einführung auftaucht. Die Auswahl der Lieder fand ich persönlich also eher gewöhnungsbedürftig und nicht immer ganz passend für die Geschichte.

Ich bin mir auch nicht ganz sicher in wie fern die jugendlichen Protagonisten für ihre jugendlichen Leser Abschreckung oder Vorbild sein können. Ich hoffe inständig Ersteres, denn es passiert viel wo ich mir denke, dass es ziemlich übertrieben wurde. Den Zusammenhalt einiger Teenager gegenüber einem behinderten Mitschüler hat mir aber zum Ausgleich wiederum sehr gut gefallen. Aber die meisten Entwicklungen waren eher erschreckend.
Das Ende fand ich auf der einen Seite ziemlich unvorhersehbar und überraschend, auf der anderen Seite dann leider auch wieder zu viel des Guten und leicht übertrieben.


Mein Fazit:

Eine spannende Jugend-Thriller-Soap, die mir überraschend gut gefallen hat, was in erster Linie dem sehr fesselnden Schreibstil und den gut entwickelten Charakteren zu verdanken ist. Der Thriller-Aspekt ist hier nicht der Mittelpunkt sondern eher die Konflikte und Probleme der jugendlichen Protagonisten, da sollte man sich also nicht täuschen lassen. Dennoch eine sehr gelungene Buchreihe und absolute Page Turner.


Meine Bewertung:
  • Cover: 4/5
  • Schreibstil: 4/5
  • Story: 3,5/5
  • Charaktere: 4/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von 3,8 und aufgerundet:





Kommentare:

  1. Huhu!

    Ja, die Wiederholungen, die sind mir auch negativ aufgefallen, aber den ganzen Aufbau und wie es geschrieben wurde fand ich einfach genial und strange und immer spannend! :)
    11 Jahre? Bei mir ist das schon 24 Jahre her O.O Da komm ich mir ja jetzt so richtig alt vor *lach*

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Ich finde es total interessant, dass eigentlich niemand, der diese Reihe gelesen hat, sie wirklich gut fand, aber alle doch total in den Bann gezogen wurden und eigentlich doch recht begeistert waren :D Skurriles Phänomen.

    Ich bin mir noch immer unschlüssig, ob ich die Reihe probieren soll oder nicht... denn entweder wird man es mögen oder schrecklich finden. Irgendwas dazwischen habe ich bisher noch nie gesehen...

    Liebe Grüße,
    Lyrica

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    1. Stimmt, du hast Recht, ich kenne auch niemanden der restlos von den Büchern begeistert war ^^'. Ich glaube das liegt an dem total fesselnden Schreibstil der einen so dermaßen einfängt, dass man trotz einiger Ungereimtheiten nicht umhin kommt, dass Buch gut zu finden. Weil es einfach so spannend gehalten wurde, dass man da nicht von weg kommt und alles was vielleicht nicht so toll ist, total in den Hintergrund gerät. So war es jedenfalls bei mir ^^'.
      Probiere es doch mal. Mich würde jetzt sehr interessieren was du dazu sagen würdest ;).

      LG Insi

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    2. Wenn ich die Bücher irgendwo mal entdecke und mein Anti-SuB-Projekt es zulässt, kann ich es mir ja mal überlegen ;)

      Liebe Grüße,
      Lyrica

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