Mittwoch, 10. Dezember 2014

~Eule rezensiert~ Wanderer - Sand der Zeit von Amelie Murmann

Titel: Wanderer – Sand der Zeit
Band 1 von ?
Autor: Amelie Murmann
Genre: Jugendfantasy
Seiten: ca. 344
Preise: 3,99€ Amazon Kindle
Verlag: Impress





 
Darum geht es:

Emilia hat nur einen Traum: Schülerin am Internat Palaestra Viatorum zu werden. Dort werden allerdings nur die Besten der Besten aufgenommen. Emilia ist zwar eine sehr gute Schülerin aber in einem Fach hat sie 'nur' eine 3, nämlich in Kunst und gerade dieses Fach ist für die Aufnahme an der Schule entscheidend. Auf einem Ausflug mit ihrer Klasse in eine Kunstgalerie versucht sie ihr bestes, diese Note noch etwas zu verbessern. Doch dann trifft sie auf Maximilian, der geradewegs aus einem der Gemälde gesprungen kommt und Emilia scheint die Einzige im ganzen Raum zu sein die ihn überhaupt sieht. Als sie Maximilian anspricht ist dieser erst mal baff, aber sein Interesse an ihr scheint geweckt zu sein. Und als sie dann auch noch Zukunftsvisionen bekommt, hat auch die Palaestra Viatorum plötzlich ein Interesse daran Emilia als Schülerin aufzunehmen.


So fand ich es:

Dieses Buch habe ich mir gekauft, weil ich fasziniert von der Idee war, dass eine Schule die Aufnahme eines Schülers an der Kunstnote festmacht. So eine Schule hätte ich mir damals auch gewünscht (Kunst war die einzige Note die bei mir immer Top war *hüstel*).
Aber auch die angesprochene Thematik mit dem Reisen durch Gemälde finde ich immer wieder faszinierend.
Leider hat sich das Buch dann aber trotz der tollen Ideen als Flop herauskristallisiert.

Die Protagonisten sind jetzt nicht direkt nervig aber sie entsprechen halt jedem nur erdenklichen Klischee und das bekommt der Leser auch auf jeder Seite auf die Nase gebunden. Charakterlich waren mir Emilia und Co. einfach viel zu flach und austauschbar, ihre Handlungen waren für mich oft nicht nachvollziehbar. Das es zwischen Emilia und Max eine Lovestory gibt, könnt ihr euch bestimmt denken und auch die hat mir (Überraschung) gar nicht gefallen. Ein ständiges hin und her, eigentlich mag sie ihn nicht und er mag sie auch nicht und plötzlich fallen sie doch übereinander her... Oh.mein.Gott. Emilias Charakter schwankt auch die ganze Zeit von unsicher zu taffer Vamp und dann plötzlich muss sie wieder von ihrem starken Maximilian gerettet werden... Ich kann das einfach nicht mehr sehen. Vielleicht werde ich langsam auch zu alt für solche Stories, denn es wirkt alles so pubertär und unreif. Oder es ist eben schon so durchgekaut das Thema, dass es mich einfach nicht mehr reizen kann.

Dann die Story. An sich, also von der Idee her, fand ich sie super, wie ich ja schon eingangs gesagt habe, aber dann hat es an der Umsetzung total gehapert. Ich weiß bis jetzt immer noch nicht wie dieser Sand der Zeit aussieht, den die Wanderer bei ihren Sprüngen durch die Gemälde einsammeln müssen. Wie findet man denn bitte ein Sandkorn? Das wird überhaupt nicht klar (also mir jedenfalls nicht). Und was bitte bewirken die Wanderer mit ihren Sprüngen außer eben diese Körner zu suchen, die sie ja eh schon fast alle beisammen haben? Wenn sie jetzt alle gefunden haben und alles wieder gut ist, wozu ist ihre Fähigkeit und dieses Internat, das sie ausbildet, dann noch gut? Nur um aus Spaß von Gemälde zu Gemälde zu hüpfen? Das wird gar nicht erklärt und ihr merkt schon, ich als Leser wurde mit vielen Fragen zurück gelassen die eigentlich total wichtig für das Verständnis wären. Stattdessen wird nur auf den Liebesbeziehungen herumgeritten anstatt mal auf das Wesentliche und Spannende an der Geschichte einzugehen. Dann kann man doch auch gleich einen Liebesroman schreiben... Tut mir ja leid, aber da war ich echt enttäuscht weil dieser Fantasy-Aspekt war eben der Grund warum ich das Buch lesen wollte und dann bekomme ich keinerlei Erklärungen, die Story wird nur lieblos abgefertigt damit sich bloß schnell wieder der Liebesgeschichte gewidmet werden kann. Sehr schade. Das Einzige was mir gefallen hat, war die Aufnahmeprüfung an der Schule, da kam kurz etwas Spannung auf.

Der Schreibstil der Autorin ist an sich sehr flüssig und passend für das Genre. Sie hat Talent, keine Frage, allerdings wirkte mir einiges auch einfach zu gewollt. Wie zum Beispiel der immer wieder eingestreute Humor. Mag sein, dass junge Teenager-Mädchen das total klasse finden und ihre Freude daran haben, mein Humor war es leider nicht. Ich fand ihn zu aufgesetzt und erzwungen.


Mein Fazit:

Ich hätte eigentlich gerne eine positive Rezension über das Buch verfasst, aber mich haben zu viele Sachen gestört. Die nichtssagenden Charaktere, die Logikfehler und die fehlenden Erklärungen in der Story waren wirklich zu ärgerlich für mich. Junge Mädchen haben vielleicht ihren Spaß an dem Buch, ich aber werde diese Reihe nicht weiterverfolgen.


Meine Bewertung:
  • Cover: 3/5
  • Schreibstil: 2,5/5
  • Story: 1,5/5
  • Charaktere: 1,5/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von:
 



Kommentare:

  1. Du bestätigst mir genau das, was ich die ganze Zeit schon über das Buch gedacht habe, ohne es gelesen zu haben. Danke für deine Meinung!

    Liebe Grüße,
    Lyrica

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