Sonntag, 13. Juli 2014

~Eule rezensiert~ Hundert Namen von Cecelia Ahern

Titel: Hundert Namen | Hundred Names
Autor: Cecelia Ahern
Genre: Roman
Seiten: 400
Preise: 16,99€ HC | 9,99€ TB | 9,99€ Amazon Kindle
Verlag: Fischer







Darum geht es:

Journalistin Kitty hat es nicht leicht momentan. Ihr steht ein Gerichtsverfahren wegen übler Nachrede bevor, weil sie einen Lehrer zu unrecht des sexuellen Missbrauchs an einer Schülerin beschuldigt hat und ihre beste Freundin und Chefin eines Magazins für das sie außerdem arbeitet, liegt im Sterben. Kurz vor ihrem Tod lässt sie Kitty allerdings wissen, dass es einen Artikel gibt, den sie schon immer einmal schreiben wollte, es aber nie geschafft hat. Als sie dann stirbt und das Magazin einen Tribut plant, soll Kitty diese letzte Geschichte schreiben. Doch alles was sie hat, ist eine Liste mit hundert Namen. Hundert Namen mit Menschen, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam und vermeintlich auch nichts großartiges zu erzählen haben. Doch je tiefer Kitty gräbt, desto mehr erkennt sie das Besondere an den Menschen und deren Geschichten...


So fand ich es:

Meine Cousine hat mir das Buch empfohlen. Es ist auch durchaus lesenswert und der Gedanke hinter der Geschichte ist ein sehr schöner, der zum nachdenken anregt. Leider hat mir das drumherum nicht so gut gefallen.

Kitty kann einem schon ziemlich leid tun mit dem was sie durchmachen muss, aber insgesamt fand ich ihren Charakter etwas farblos. Sie ist niemand, der einem im Gedächtnis bleibt nach dem Lesen. Auch die Nebencharaktere haben mich nicht so überzeugt, bis auf die Menschen, die Kitty im Rahmen des Tributs interviewt hat, die Menschen von der Liste. Die fand ich schon toll und auch ihre Geschichten sind sehr rührend, weil mal sich leicht in ihnen wiederfinden kann und sie so herrlich 'normal' sind.

Ich möchte jetzt auch nicht zu viel über diese Menschen verraten, weil sie den Kern der Story ausmachen, aber es berührt einen schon worauf die Geschichte abzielt. Bis zum Schluss ist man sich auch nicht ganz sicher, was diese Leute nun gemeinsam haben und das interessanteste an dem Buch ist auf jeden Fall dieses Rätsel um sie und was Kitty im Laufe ihrer Recherche erfährt. Allerdings fand ich dann die finale Auflösung doch etwas ernüchternd, ich hatte irgendwie auf etwas noch größeres gehofft. Klar, es ist toll und tiefgründig aber trotzdem fehlte mir das letzte Fünkchen Etwas...

Die Story wird auch anfangs nicht so richtig vorangebracht. Es geht doch sehr viel auch um Kittys Probleme und die Menschen um sie herum. Das war zeitweise doch recht langatmig und leider auch langweilig. Ich für meinen Teil habe mich jedenfalls sehr viel mehr für die Geschichte um die Hundert Namen interessiert als für Kittys Leben.
Der Schreibstil ist zwar solide und ermöglicht auch einen guten Lesefluss, allerdings lässt er einen auch nicht vor Überraschung vom Stuhl kippen, dann doch eher das Gegenteil.


Mein Fazit:

Ein nettes Buch für zwischendurch, mit einer schönen Botschaft aber zu viel unnötigem Geplänkel am Anfang und einer nichtssagenden Hauptperson. Kann nur mit Durchschnittlichkeit glänzen: nicht schlecht, aber auch kein Highlight.


Meine Bewertung:
  • Cover: 2,5/5
  • Schreibstil: 3/5
  • Story: 3,5/5
  • Charaktere: 3/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von:


Dienstag, 8. Juli 2014

~Eule rezensiert~ Der dunkle Kuss der Sterne von Nina Blazon

Titel: Der dunkle Kuss der Sterne
Autor: Nina Blazon
Genre: Jugendfantasy/Dystopie
Seiten: 528
Preise: 16,99€ HC | 13,99€ Amazon Kindle
Verlag: cbt







Darum geht es:

Kurz vor ihrer Hochzeit wacht Canda auf und muss feststellen, dass ihr Spiegelbild nicht mehr das Gleiche ist. Das Mädchen, das ihr entgegen blickt, hat ihren Glanz verloren. Das, was Canda zu etwas Besonderem gemacht hat, ist verschwunden. Und nicht nur das, auch ihr Verlobter ist unauffindbar und sie hat keine Ahnung, wo ihr geliebter Tian sein könnte. Als Tochter eines Richterpaares der höchsten Kaste Ghans ist der Verlust ihres Glanzes so entsetzlich, dass ihre Eltern sie in ein spezielles Waisenhaus sperren lassen. Doch Canda kann mit Hilfe der höchsten Herrscherin Ghans und des mysteriösen Sklaven Amad entkommen. Sie versucht herauszufinden was mit ihrem Glanz und Tian geschehen sein könnte und beginnt langsam zu begreifen, dass ihr bisheriges Leben eine Lüge war.


So fand ich es:

Ich habe dieses Buch im Rahmen einer Leserunde gewonnen und anschließend natürlich auch gelesen, das war im April glaube ich, also schon etwas länger her. Aber ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie viel Spaß es gemacht hat mit Anderen über dieses tolle Buch zu diskutieren.

Diskussionsstoff bietet es nämlich reichlich. Die Geschichte lädt förmlich zum rätseln und spekulieren ein und hat somit eine gewisse Grundspannung, die einen total an das Buch fesselt. Dieser Aspekt hat mir am allerbesten gefallen.

Die Welt in die Nina Blazon uns entführt ist im ersten Moment etwas fremdartig und ich habe zuerst ein wenig gestutzt und musste mich erst mal orientieren, aber als ich dann so richtig in die Geschichte eingetaucht bin, flogen die Seiten nur so dahin. Im Grunde hat sie sich da echt was Tolles ausgedacht und ich habe das Kastensystem und das ganze drumherum echt mögen gelernt. Das Buch ist unheimlich gut geschrieben, wer Bücher der Autorin kennt, der weiß wie talentiert sie ist. Sie versteht es, den Leser in ihre Welten nicht nur mitzunehmen sondern daran teilhaben zu lassen.

Mit den Charakteren hatte ich auch erst meine Schwierigkeiten. Canda wirkt sehr naiv, weil sie eben nur das Leben in der höchsten Kaste kennt und ihr Leben ziemlich vorherbestimmt ist. Das macht ihr aber im Grunde gar nichts aus, sie freut sich sogar auf die Hochzeit mit Tian, mit dem sie seit ihrer Kindheit befreundet ist und erwartet ihre Zukunft als mögliche neue Herrscherin mit offenen Armen. Der plötzliche Wandel der mit ihr vonstatten geht, der Verlust ihres Glanzes, das schockiert sie sehr und wirft sie völlig aus der Bahn. Obwohl sie gelernt hat ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten, wird sie plötzlich sichtbar panisch und verhält sich überhaupt nicht mehr ihrem Stand entsprechend. Dass das so von einer Sekunde auf die andere passierte, war jetzt nicht so ganz logisch für mich. Auch was dieser 'Glanz' eigentlich ist, war mir zu dem Zeitpunkt auch überhaupt noch nicht so klar. Als Leser war ich da erst mal ein wenig verwirrt. Aber das klärt sich im Laufe der Story zum Glück auf und Canda ist auch diejenige, die die allergrößte Entwicklung durchmacht und die ich im Laufe der Story auch immer mehr zu schätzen gelernt habe.

Ihr Verlobter Tian ist ein echtes Rätsel, von ihm wird die erste Hälfte des Buches nur geredet, aber er selber hat überhaupt keinen Auftritt. Im Nachhinein macht das aber total Sinn. Und ist gut zum spekulieren. Charakterlich fand ich ihn dann aber echt blöde als er auftauchte...
Amad war da schon wesentlich besser. Mysteriös und unnahbar, mit einem Geheimnis (Edward?) aber trotzdem irgendwie cool und natürlich hat auch er eine verletzliche Seite.
Im Großen und Ganzen fand ich die Charaktere, und vor allem die Entwicklung die sie durchmachen, durchaus gelungen.

Zur Story kann ich natürlich nicht viel sagen ohne zu viel zu verraten, aber ich habe ja schon gesagt, dass sie sehr spannend und fesselnd ist. Mir hat die Story sehr gut gefallen, nur das Ende war für meinen Geschmack zu abrupt und ich habe mich etwas zu sehr im Regen stehen gelassen gefühlt. Es war auf einmal – rumms, zack, wusch – zu ende. Das war ein bisschen schade, die Story hätte ein größeres Finale verdient mit mehr Erklärungen für den Leser (gut, das Meiste wird zwar schon vorher geklärt, aber trotzdem) und ein wenig mehr Abschluss.


Mein Fazit:

Ganz klar, eine Leseempfehlung! Ich bin mir sicher, dass vielen dieses Buch gefallen wird. Ich hatte meine helle Lesefreude damit, auch wenn es mich nicht zu 100% überzeugen konnte (woran hauptsächlich das Ende schuld ist). Wer noch keine Bücher der Autorin kennt, der sollte sich wirklich mal ein Herz fassen und es versuchen.


Meine Bewertung:
  • Cover: 4/5
  • Schreibstil: 5/5
  • Story: 4,5/5
  • Charaktere: 4/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von sehr guten:






Vielen Dank an Nina Blazon und den Verlag für das Freiexemplar!

Mittwoch, 2. Juli 2014

~Eule rezensiert~ Schmetterlingsscherben von Esther Hazy

Titel: Schmetterlingsscherben
Autor: Esther Hazy
Genre: Jugendfantasy
Seiten: 252
Preise: 0,99€ Amazon Kindle Edition
Verlag: neobooks







Darum geht es:

Es geht um die 17-jährige Louise, die eine ungewöhnliche Gabe hat. Sie kann sich nämlich mit Gegenständen unterhalten. Was im Kindesalter vielleicht noch ganz putzig ist und nicht weiter groß beachtet wird, wird jedoch zum ernsthaften Problem je älter Louise wird. Als sie 12 Jahre alt ist, muss sie aus ihrem Heimatdorf wegziehen, weil alle sie als Psycho beschimpfen und keiner ihr glaubt. Sogar ihr allerbester Freund Lenny, der sonst immer auf ihrer Seite war, wendet sich plötzlich gegen sie. Louise verbringt viel Zeit in der Psychiatrie und versucht so gut es geht ihr fragwürdiges Talent zu ignorieren. Als ihre Mutter bei einem Autounfall stirbt, muss Louise jedoch zurück in das kleine Dorf zu ihrem Vater ziehen. Natürlich wird sie wiedererkannt, auch von ihrem ehemals besten Freund und für sie beginnt ein neuer Spießrutenlauf.


So fand ich es:

Ich hatte mir von der Geschichte wesentlich mehr erhofft. Der Klappentext hörte sich gut an, die Idee klang ganz nett und man hätte da sicherlich mit ein bisschen mehr Feingefühl und schreiberischer Raffinesse einiges rausholen können. Leider bleibt die Story sehr flach und sehr langatmig.

Louise hat natürlich ziemlich viel mitgemacht, ihre Fähigkeit finde ich interessant und manchmal tat sie mir auch wirklich leid, aber leider driftet ihr Charakter zu oft in diese doch ziemlich melodramatische Emo-Schiene ab. Und viele ihrer Handlungen waren für mich auch einfach nicht nachvollziehbar. Besonders was ihren 'Freund' Lenny betrifft. Eigentlich hasst sie ihn total dafür, dass er ihr damals so in den Rücken gefallen ist und dennoch schafft sie es einfach nicht, ihn konsequent abzuweisen. Ich an ihrer Stelle hätte kein einziges Wort mit ihm gewechselt. Es ist ein totales hin und her zwischen den Beiden, was mich tierisch genervt hat. Und das geht bis zur Hälfte des Buches oder sogar noch länger so. Bis dann endlich mal rauskommt, dass Lenny auch ein Geheimnis und sich deswegen so seltsam Louise gegenüber benommen hat (und auch manchmal noch benimmt). Aber so richtig Sinn ergibt das für mich trotzdem nicht.

Allgemein ist Lenny für mich ein echt unausstehlicher Charakter. Ich fand ihn so furchtbar nervig, dass Louise dagegen noch wirklich angenehm auszuhalten war. Sonst ist es ja oft andersrum, nämlich dass das Mädel nervt und die Typen die einzig erträglichen sind.

Der Schreibstil macht es auch nicht unbedingt besser. Okay, er ist jetzt nicht super schlecht aber eben auch nicht super gut. Man kann zwar gut folgen und ein steter Lesefluss ist durchaus gegeben, dennoch hätte man - wie ich eingangs schon erwähnt habe - noch mehr herausholen können. Gut gefallen hat mir, dass es vor jedem Kapitel einen kurzen Flashback in Louises Vergangenheit gibt, der kurz den Kern des kommenden Kapitels umschreibt. Man kann also beim Lesen des Flashbacks schon erahnen, worum es in dem Kapitel gehen wird. Das passt ihn die Geschichte ganz gut hinein.

Trotzdem musste ich das Buch bei ca. 70% abbrechen. Die Geheimnisse sind zu diesem Zeitpunkt schon weitestgehend gelüftet, so dass ich mir denken kann, wie es endet, also muss ich mir das Geplänkel nicht noch weiter antun. Dazu konnte es mich einfach nicht genug fesseln.


Mein Fazit:

Tolle Idee, schöne Ansätze aber nur unzureichend ausgeführt. Nervige Charaktere, ein bizarres Katz und Maus Spiel zwischen Louise und Lenny sowie eine sehr in die Länge gezogene und nicht sonderlich spannende Story tragen nichts zum Lesevergnügen bei.
Trotz des günstigen Preises bei Amazon würde ich keine Kaufempfehlung geben wollen.


Meine Bewertung:
  • Cover: 3/5
  • Schreibstil: 2,5/5
  • Story: 1/5
  • Charaktere: 0,5/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von: