Mittwoch, 22. Juli 2015

~Eule rezensiert~ Die Küste der Freiheit von Maria W. Peter





Titel: Die Küste der Freiheit
Autor: Maria W. Peter
Genre: Historischer Roman
Seiten: 880
Erschienen am: 14.11.2014
Verlagslink: Bastei Lübbe 






 
 Angenehmer Schmöker und sehr gut recherchiert
 


Darum geht es:

Hessen im Jahre 1775: Anna Hochstetter ist eine gläubige und tugendhafte junge Frau, die sich nicht nur liebevoll um ihren kranken Vater sondern auch um viele andere bedürftige Gemeindemitglieder kümmert. Doch eines Tages läuft ihr ein hessischer Soldat über den Weg, der sie um eine Zuflucht bittet. Gutherzig wie sie ist, nimmt Anna ihn mit zu sich nach Hause. Doch dort entpuppt sich der Mann als ziemlich brutaler Deserteur, der eindeutige Absichten Anna gegenüber hat. Im letzten Moment kann sie von Offizier Lorenz von Tannau gerettet werden, der dem Deserteur Kurt Paul seine gerechte Strafe zuführt. Kurt Paul sinnt allerdings auf Rache, lauert dem Offizier auf und schlägt auf ihn ein. Anna findet Lorenz, als er kurz davor ist zu verbluten und pflegt ihren Retter gesund. In ihrer mennonitischen Gemeinde, in der strenge Traditionen herrschen, wird das allerdings nicht gerne gesehen und schon bald muss sich Anna dafür verantworten, einen fremden Mann unter ihrem Dach zu beherbergen. Natürlich glaubt ihr niemand ihre guten Absichten und ihr wird so Einiges unterstellt. Kurz nachdem Lorenz abgereist ist, wird Anna aus der Gemeinde verbannt und sie irrt verzweifelt umher, auf der Suche nach Arbeit. Lorenz von Tannau scheint ihr der letzte Ausweg und sie macht sich in der Stadt auf die Suche nach ihm. Doch dort muss sie erfahren, dass er mit seinem Regiment nach Amerika unterwegs ist um für die Briten im Unabhängigkeitskrieg zu kämpfen. Anna sieht in Deutschland keine Zukunft für sich und ihr bleibt nichts anderes übrig als sich als Schuldmagd auf ein Schiff nach Amerika zu verkaufen und dort ihr Glück zu suchen. Doch was sie findet, hat zuerst nicht viel mit Glück zu tun...


So fand ich es:

Ich habe mich sehr gefreut, als die Autorin mich persönlich anschrieb, ob ich ihren Roman nicht lesen und rezensieren wolle. Da ich zwischendurch sehr gerne historische Romane lese und gerade das Thema deutsche Auswanderer in Amerika zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges sehr spannend finde, war natürlich klar, dass ich nicht Nein sagen würde. Und gerade was den historischen Anteil anging wurde ich auch überhaupt nicht enttäuscht.

Neben der süßen Liebesgeschichte zwischen Anna und Lorenz und den ganzen Irrungen und Wirrungen fallen auf jeden Fall die gut recherchierten Hintergünde auf. Man merkt einfach, dass in diesem Roman wahnsinnig viel Arbeit steckt und auf jedes geschichtliche Detail geachtet wurde. Hier haben wir wirklich die ganze historische Palette wie Krankheiten, Schiffsreisen zu der Zeit, die politischen Zugehörigkeiten, Sklaverei, Kriege, verschiedene Religionen... Das Buch bietet eine große Bandbreite an interessanten Informationen über die Begebenheiten und das Leben um das Jahr 1775 herum, sowohl in Deutschland (wenn auch eher weniger), als auch in den jungen Kolonien Amerikas. 

Auch die Story um unsere Helden hat mir grundsätzlich gut gefallen. Es gab nur ein paar Dinge, die ich ein wenig unglücklich fand. Zum Beispiel sind die zufälligen Begegnungen der Charaktere ein bisschen zu Viel des Guten und an manchen Stellen bin ich da ein bisschen über die Glaubwürdigkeit gestolpert. Diese Zufälle wirkten auf mich etwas zu plump und erzwungen. In der Hinsicht darf man nicht allzu kritisch an die Geschichte herangehen wenn man sie vollends genießen möchte. Dennoch wurden auch sehr viele interessante Dinge angesprochen und den Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit auf diese unverfängliche Art zu verfolgen war angenehm unterhaltsam und packend zugleich.

Die Protagonisten waren mir weder sonderlich sympathisch oder unsympathisch, bis auf die offensichtlichen Bösewichte. Mir persönlich sind Anna, Lorenz und Co. ein bisschen zu farblos geblieben und an manchen Stellen hätte ich mir noch ein bisschen mehr Einblick in ihr Gefühlsleben und ein paar Facetten mehr an ihrem Charakter gewünscht. Was sie alles erleben und durchmachen müssen fand ich aber ziemlich mitreißend und ich hatte trotzdem Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Obwohl viele Dinge auch recht vorhersehbar für mich waren und es ein paar Längen gab, hat das meinem Lesevergnügen kaum Abbruch getan.

Der Schreibstil macht ebenfalls Spaß, denn er ist locker, leicht und trägt einen sehr angenehm und unkompliziert durch das Buch. Geschrieben ist es nicht nur aus Annas Sicht, sondern es gibt abwechslungsreiche Perspektivwechsel zu den verschiedensten Charakteren, die das Ganze für mich noch etwas aufgepeppt haben.


Mein Fazit:

Wer gut recherchierte historische Romane in gemächlichem Tempo, mit vielen Wirrungen und Zufällen, wechselnden Schauplätzen und Lovestory mag, der sollte sich dieses Buch unbedingt mal anschauen. Die Zeit in der die Geschichte spielt ist sehr interessant und hat viel zu bieten. Mir hat das Buch gut gefallen und ich kann es allen Interessierten nur empfehlen. 


Meine Bewertung:

  • (Cover: 3,5/5)
  • Schreibstil: 4/5
  • Story: 3,5/5
  • Charaktere: 3/5
  • Atmosphäre: 4/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von:



~Einen ganz besonders herzlicher Dank geht an die Autorin Maria W. Peter für das Rezensionsexemplar!~



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