Freitag, 24. Juli 2015

~Eule rezensiert~ Rehruf von Julia Mayer





Titel: Rehruf
Autor: Julia Mayer
Genre: Jugendbuch/Fantasy
Seiten: 322
Erschienen am: 25.12.2014
Verlagslink: 
Autorenblog von Julia Mayer





 
Wunderschöner Schreibstil und rührende Story
 


Darum geht es:

Inga leidet seit sie denken kann an einer schweren, chronischen Krankheit und sie weiß, dass diese irgendwann ihr Tod sein wird. Doch als es dann passiert und die Krankheit scheinbar über sie gesiegt hat, muss sie herausfinden, dass sie auf irgendeine Weise doch noch lebt. Und zwar als Rehdoppel, wiedererweckt durch einen magischen Fluss, der ihren Heimatort Wasserwacht durchströmt. Ihre Tante Randi hat dafür gesorgt, dass Inga mit dem Wasser in Berührung kommt. Irgendwie ist Inga dann auch erleichtert über die zweite Chance die sich ihr bietet und arrangiert sich damit, tagsüber als Reh und des Nachts als Mensch zu leben. Dabei lernt sie auch noch mehr Menschen kennen, die so sind wie sie. Aber dennoch kehren ihre Gedanken immer wieder zu ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester Frederike zurück, die sie für tot halten. Unbedingt möchte Inga die Beiden sehen und sich vergewissern, dass es ihnen gut geht. Doch eine düstere Wesenheit macht sich diesen sehnlichen Wunsch zu Nutzen und die Rehdoppel sehen ihr abgeschiedenes, harmonisches Leben bedroht...


So fand ich es:

Auch hier wurde ich wieder von der Autorin persönlich gefragt, ob ich ihr Buch lesen und rezensieren wolle. Da mir die Leseprobe schon sehr zugesagt hat und sich die Geschichte interessante anhörte, angelehnt an das doch eher unbekannte Märchen 'Brüderchen und Schwesterchen', fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Ich hatte mit einem netten Jugendbuch für zwischendurch gerechnet, dann aber überraschenderweise noch viel mehr bekommen.

Was mir gleich als Erstes aufgefallen ist, ist der wunderschöne Schreibstil der Autorin. Das Buch lässt sich zwar leicht und flüssig lesen, wie man es bei einem Jugendbuch auch erwarten kann, aber gleichzeitig schwingt auch noch sehr viel Poesie mit und die Sprache ist oft sehr bildhaft mit schön gewählten Worten. Das hat mir unglaublich gut gefallen  und passte auch einfach super zur Geschichte. Das Buch ist auch nicht nur aus Ingas Sicht geschrieben, sondern auch aus der Sicht ihrer Schwester Frederike und der des Bösen in diesem Buch, welches ich aber hier nicht erwähnen werde.

Die Atmosphäre ist recht melancholisch, tragisch und ein wenig traurig, allein schon durch Ingas Krankheit und den vermeintlichen Verlust den ihre Familie zu verwinden hat als sie dann stirbt. Ihre Wiedererweckung als Rehdoppel bringt dann zwar auch wieder etwas Hoffnung, aber unterschwellig bleibt die Stimmung doch ziemlich bedrückt und schwer. Darauf muss man sich natürlich einlassen können, was mir nun überhaupt nicht schwer gefallen ist. Auch wenn die Story grundsätzlich eher ruhig und nachdenklich fortschreitet, so gibt es aber auch ein paar Wendungen, die Spannung gebracht haben. Das Ende hat mich zum Beispiel sehr überrascht und hätte ich so nicht erwartet in einem Jugendbuch. Da gibt es bestimmt auch Leute, denen das nicht gefallen würde. Ich bin damit aber gut zurecht gekommen, außer, dass es mir vielleicht ein bisschen zu schnell abgehandelt war.

Die Idee der Tierdoppel ist zwar nichts Neues aber in dieser Form fand ich es wirklich schön gelöst. Auch, dass es sich um Rehe handelt, die ja sehr ruhige und scheue Tiere sind, war mal was Anderes. Die Charaktere haben mir allgemein auch gut gefallen, durch den Schreibstil der Autorin hat man viel von den Gefühlen der Protagonisten aufgreifen können. Jedes Redoppel hat natürlich seine schicksalhafte Geschichte und es wurde schon darauf geachtet, die Charaktere individuell zu gestalten. Aber gerade die tragische Figur der kleinen Schwester Frederike war es, die mich echt mitgenommen und berührt hat. Sehr gut fand ich auch, dass dieses Jugendbuch vollkommen ohne eine kitschige, klischeehafte Liebesgeschichte auskommt und einzig und allein die Themen Familie, Verlust und Zusammenhalt aufgreift.


Mein Fazit:

Ein wirklich schönes Jugendbuch, das mal als Einzelband daher kommt und durch das man auf einem fast poetischen Schreibstil hindurchgetragen wird. Tolle Ideen, sympathische Charaktere und eine sehr rührende Story haben mir ein paar sehr angenehme Lesestunden beschert. Das Buch ist einfach mal ein bisschen was Anderes, als der ganze Einheitsbrei den man sonst so liest und ich werde mir bestimmt auch die anderen Tierdoppel-Romane der Autorin näher ansehen. 


Meine Bewertung:

  • (Cover: 4/5)
  • Schreibstil: 5/5
  • Story: 4,5/5
  • Charaktere: 4/5
  • Atmosphäre: 5/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von:



 ~Ein ganz besonders lieber Dank geht an Julia Mayer für das Rezensionsexemplar~


 

1 Kommentar:

  1. Huhu!

    Oh, ich liebe das Märchen Brüderchen und Schwesterchen ♥ Ich hatte das Buch ja schon bei dir entdeckt und war sehr neugierig - jetzt ist es natürlich sofort auf meiner Wunschliste gelandet. Das hört sich wirklich sehr schön an!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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