Donnerstag, 17. September 2015

~Eule rezensiert~ Margos Spuren von John Green





Titel: Margos Spuren
Original: Paper Towns
Autor: John Green
Genre: Jugendbuch
Seiten: 336
Erschienen am: 08.02.2010
Verlagslink: dtv






 
Höhen und Tiefen



Darum geht es:

Margo ist das beliebteste Mädchen der Highschool und kaum einer weiß, dass der eher unscheinbare Quentin einmal ihr bester Freund war. Über die Jahre haben sie sich auseinander gelebt und nichts mehr miteinander zu tun gehabt. Doch eines Nachts klettert Margo durch Quentins Fenster und überredet ihn zu einer irrsinnigen Sprzitour bei der sie allerhand erleben und die Nachbarschaft ganz schön auf den Kopf stellen. Am nächsten Tag ist Margo allerdings verschwunden und keiner weiß wo sie steckt. Aber sie ist nicht ganz spurlos verschwunden, denn Margo versteht es Hinweise zu hinterlassen, wenn auch nur sehr vage. Quentin macht sich zusammen mit seinen besten Freunden auf die verzweifelte Suche und folgt Margos Spuren.


So fand ich es:

Derzeit kommt man wohl kaum um dieses Buch herum, so erging es letztendlich auch mir, als ich entschieden habe, dass ich es mir im Rahmen einer Leserunden mal zu Gemüte führe und schaue, was daran so toll ist und ob es mich vielleicht genauso überzeugen kann wie 'Das Schicksal ist ein mieser Verräter'. 

Zu Beginn war ich auch noch ganz optimistisch, dass mir das Buch total gefallen wird. Es fängt wirklich vielversprechend an. Wir lernen unseren Hauptprotagonisten Quentin kennen und natürlich auch Margo und erfahren etwas über ihre Freundschaft in Kindertagen. Allerdings hat diese Freundschaft ein sehr abruptes und für mich nicht nachvollziehbares Ende gefunden. Irgendwann hatten die Beiden einfach nichts mehr miteinander zu tun. Um so seltsamer war für mich, dass Margo sich viele Jahre später Quentin für ihren nächtlichen Ausflug aussucht. Mittlerweile haben sich die Beiden in komplett unterschiedliche Richtungen entwickelt und haben so gar nichts mehr gemeinsam. Margo wirkt sehr rebellisch, erfinderisch und freigeistig. Quentin ist dagegen sehr ruhig, besonnen und vorsichtig. Unterschiedlicher könnten sie also nicht sein. Aber ich wollte keine voreiligen Schlüsse ziehen und fand diese Gegensätzlichkeit Anfangs sogar ganz schön. Ich hatte auch gehofft, dass die Beiden sich gegenseitig gut tun würden, wonach es zuerst auch wirklich aussah. Ihren nächtlichen Tripp fand ich großartig und habe mich wirklich darüber amüsiert, auch wenn die Beiden teilweise krasse Sachen gemacht haben.

Nach Margos Verschwinden am nächsten Tag wurde es aber immer komischer für mich. Das Bild das ich von Margo hatte, die ich zu Beginn auf ihre rebellische und mysteriöse Art noch mochte, wandelte sich recht schnell und sie kam mir immer seltsamer vor. Im weiteren Verlauf konnte ich sie immer weniger leiden. Ich fand sie furchtbar egoistisch, weil sich Quentin wahnsinnige Sorgen um sie gemacht hat, und sie einfach verschwindet und über Wochen kein Lebenszeichen von sich gibt. 

Die Spurensuche von Quentin und seinen Freunden hat dann zwar für ein bisschen Spannung gesorgt, war aber nach einer gewissen Zeit auch eher ernüchternd, als die Hinweise sehr schwammig blieben und man irgendwie das Gefühl hatte es geht nicht so richtig voran. Im letzten Viertel des Buches wurde es dann aber zum Glück nochmal richtig witzig, als sich Quentin mit seinen Freunden auf einen Roadtrip begeben muss um einer Spur zu folgen. Da fand ich den Zusammenhalt und die Freundschaft der Charaktere wirklich schön dargestellt und auch sehr spaßig geschrieben. 

Das Ende war dann allerdings für mich sehr ernüchternd und hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Ich habe mich nach dem Lesen einfach stehen gelassen gefühlt und noch immer einige Fragen im Kopf, die nicht geklärt wurden. Für Quentin war das sicherlich eine Erfahrung, die ihn vielleicht in seinem Charakter und seinen Ansichten stärken konnte. Für mich als Leser war das aber irgendwie unbefriedigend.

Das Buch hatte also so seine Höhen und Tiefen, eine richtige Achterbahnfahrt würde ich fast sagen. Es gab Stellen, die habe ich sehr gerne gelesen und die haben richtig viel Spaß gemacht. Der Schreibstil trägt einen auch sehr flüssig und angenehm durch das Buch (auch wenn es ein paar Namenswiederholungen und Wörter gab, die ich jetzt nicht so ansprechend fand). Genauso gab es aber auch Passagen, die mir nicht gefallen haben und gerade die Erkenntnis um Margo herum, hat mich schon etwas enttäuscht. Dennoch muss ich sagen, dass einen das Buch trotz der Kritik irgendwie mitnimmt und man zwangsläufig darüber nachdenkt und sich damit beschäftigt.


Mein Fazit:

Die Idee hinter diesem Buch ist toll, der Schreibstil mitreißend und die Charaktere lassen den Leser in ein Wechselbad der Gefühle tauchen. Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gut gefallen, umhauen konnte es mich allerdings nicht. Dafür haben mich ein paar Charaktere und ihre Handlungen zu sehr gestört, ein paar Dinge waren für mich nicht ganz schlüssig und auch das Ende hat mich persönlich nicht überzeugen können. Es blieb zu viel ungeklärt. Dennoch ein lesenswertes Buch, welches für zwischendurch eine ganz nette und unterhaltsame Lektüre ist.


Meine Bewertung:

  • (Cover: 2/5)
  • Schreibstil: 4,5/5
  • Story: 3/5
  • Charaktere: 3/5
  • Atmosphäre: 4/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von:



 
 

Kommentare:

  1. Der Absatz "Margos Verschwinden" ist genau ein Spiegelbild von meinem Empfinden. Ich habe den Film gesehen bevor ich das Buch gelesen hatte und da konnte ich sie zum Ende hin auch überhaupt nicht mehr leiden. Schade eigentlich. Obwohl sie Quentin ja trotzdem aus seinem Schneckenhaus gelockt hat :)

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    1. Das stimmt, Quentin hat es sicher in seinem Charakter gestärkt und ihm einiges an Aufwind mitgegeben :). Dennoch hätte ich mir das ganze anders gewünscht, gerade auch was Margo betrifft. Wirklich schade.

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