Donnerstag, 28. April 2016

~Eule rezensiert~ The Diviners #1 - Aller Anfang ist böse von Libba Bray




Titel: The Diviners - Aller Anfang ist böse
Original: The Diviners
Band 1 von ??
Autor: Libba Bray
Genre: Mystery / Thriller
Seiten: 704
Erschienen am: 01.10.2014
Verlagslink: dtv

 


 
Die 17-jährige Evie lebt in Ohio, allerdings hat sie das spießige Leben dort ziemlich satt. Denn im New York der 1920er Jahre wird so viel mehr geboten an Nachtleben und an Möglichkeiten für ein junges, modernes Mädchen wie sie. Da kommt es ihr gerade Recht, dass ihre Eltern sie zu ihrem Onkel nach Manhatten schicken. Eigentlich sollte es eine Strafe für Evie sein, denn sie hat auf einer Party mal wieder ihre besondere Gabe spielen lassen. Das ist keineswegs eine Erfindung von ihr, denn Evie kann tatsächlich Gegenständen die Geheimnisse ihrer Besitzer entlocken. 

Also fährt sie zu ihrem Onkel Will, der passenderweise ein Museum für Okkultismus und Mystik betreibt, um eine Zeit lang bei ihm zu leben. Evie kostet ihre neue Freiheit zusammen mit ihrer besten Freundin Mabel auch in vollen Zügen aus, bis sich grausame Morde in Manhatten ereignen. Evies Onkel wird zu den Ermittlungen hinzugezogen, da auf den Leichen mystische Symbole gefunden werden, die es zu deuten gilt. Neugierig und gewitzt wie sie ist, gelingt es Evie sich ebenfalls an den Ermittlungen zu beteiligen, aber schon bald sieht sie sich einer furchtbaren Bestie gegenüber.


 
Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen und war total froh darüber, weil es sonst sicher noch eine Weile auf meinem SuB gelegen hätte. So habe ich diese Geschichte auch endlich entdeckt und kann nur sagen, dass es wirklich Spaß gemacht hat und mal wieder eins meiner Bücher völlig zu Unrecht so lange ungelesen war. 

Gerade das Setting und die Atmosphäre haben mir besonders gut gefallen. Die Autorin hat den Flair und das Leben im New York der 1920er Jahren sehr authentisch rüber gebracht, eine für mich sehr faszinierende Zeit, wo Fortschritt und Moderne und alter Glaube und Traditionen Tür an Tür existieren und machmal nur eine Gratwanderung voneinander entfernt sind. Damit spielt die Autorin auch innerhalb der Story und das fand ich wirklich enorm toll ausgearbeitet und hat mich auch direkt in diese Zeit hineinversetzt.

Der Schreibstil der Autorin trägt dazu bei, sich in dieser Zeit einzufinden. Er lässt sich leicht lesen, hat aber auch ein paar schnörkelhafte und metaphorische Ansätze, die ich sehr gelungen fand. Im ganzen Buch schwingt auch immer ein leicht unheimliches Feeling mit, dass einem Gänsehaut bereitet. Nicht zuletzt auch wegen der Story, in der es eben um diese myteriösen Morde geht, aber auch um alten Glauben und Geister. Es gab da ein paar wirklich gut beschriebene, gruselige Szenen. Gleich der Einstieg hat mich schon aus den Socken gehauen und es hatte mich quasi vom ersten Augenblick an gefesselt. Allerdings gab es auch zwischendrin immer wieder kleinere Atempausen, die teilweise vielleicht sogar zu langatmig waren. Ich persönlich bin aber ganz gut damit zurecht gekommen und wurde nicht in meinem Lesefluss gestört. Auch die Spannung war immer vorhanden, wenn auch mal stärker und mal schwächer. Ich hatte immer den Drang weiterzulesen und wissen zu wollen, was es mit alldem auf sich hat.

Eine große Schwäche hat dieses Buch allerdings leider doch. Und zwar war das für mich Protagonistin Evie. So eine egoistische, nervige, aufdringliche, unüberlegte, überhebliche, oberflächliche und unsympathische Person ist mir selten begegnet. Himmel hat dieses Mädchen mich Nerven gekostet! Sie ist Mabel gegenüber eine sehr schlechte Freundin, zieht sie in jeden Schlamassel mit hinein, besäuft sich dauernd und poliert nur ihr eigenes Ego ohne Rücksicht auf andere. Das Leben ist für sie eine einzige Party und mit dem Nachdenken hat es das Mädel auch nicht unbedingt. Die besonnene und pflichtbewusste Mabel tat mir ein bisschen leid, denn sie mochte ich eigentlich ganz gerne. Zum Glück gibt es auch noch ein paar mehr Charaktere aus deren Sicht dieses Buch geschrieben ist, und die mir im Grunde auch alle ganz gur gefallen haben, sodass man sich nicht nur mit der schrecklichen Evie rumschlagen muss. 

Zum Beispiel gibt es noch die Tänzerin Theta und ihren Freund Henry, den Lottozahlenläufer Memphis und seinen Bruder, einen blinden Mann, Taschendieb Sam und natürlich Evies Onkel und seinen Assistenten Jericho. Und jeder hat so seine Vergangenheit, Gaben und Geheimnisse. Allerdings werden diese nicht bis zum Schluss alle aufgeklärt, sodass noch Stoff für den Folgeband übrig bleibt. Natürlich möchte ich wissen, was es damit auf sich hat und auch das Ende des Buches lässt erahnen, dass da noch mehr lauert.


 
Eine spannende Geschichte, die für mich einfach mal was anderes war und mir wirklich gut gefallen hat. Protagonistin Evie ist zwar eine Herausforderung, aber dafür hat der Rest gestimmt. Gerade das Setting und die Atmosphäre haben für vieles entschädigt, das war nämlich echt unglaublich. Ich bin mir sicher, dass ich den 2. Band auch irgendwann noch lesen werde.


 
  • (Cover: 4,5/5)
  • Schreibstil: 4,5/5
  • Story: 4/5
  • Charaktere: 3/5
  • Atmosphäre: 5/5
  Ergibt eine Gesamtbewertung von:







Kommentare:

  1. Hallo Insi!

    Jaaa, endlich hast du es gelesen :D Und wieder mal eine tolle Rezi geschrieben :) Ich hab mich wieder sehr gut erinnern können beim Lesen, denn bei mir ist es ja schon wieder eine Weile her.
    Evie fand ich auch nervig, aber da die anderen Charas doch ziemlich gut getroffen waren, fand ich das (glaub ich) gar nicht so schlimm ... eigentlich doch mal eine schöne Abwechslung, wenn man die Prota nicht ausstehen kann *g*
    Aber ich weiß es auch einfach nicht mehr so genau, den zweiten Band möchte ich aber auf jeden Fall auch noch lesen. Da wird es echt Zeit!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Dankeschön ^^. Ist auf jeden Fall mal was anderes, wenn man da so eine Protagonistin hat, der man nicht aufs Fell schauen mag xD. Die ging einfach mal gar nicht. Aber lustig ist es auch irgendwie, ich kann nicht behaupten, dass es keine Emotionen in mir ausglöst hätte xD.
      Band 2 wird dann hoffentlich im Sommer folgen bei mir ;).

      LG Insi

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  2. Hallo Insi,

    ja, sehr schön rezensiert. Und bei dem Setting und der ganzen Atmosphäre muss ich dir zustimmen. Man hatte beim Lesen schon fast das Gefühl, man sei live in den 20er-Jahren in New York dabei. Mit Evi hatten wir es schon schwer. :-D Dein Wortwahl finde ich genial: "So eine egoistische, nervige, aufdringliche, unüberlegte, überhebliche, oberflächliche und unsympathische Person" - besser kann man es nicht ausdrücken!

    Ich hatte noch am Aufbau der Handlung zu knabbern, trotzdem möchte ich den 2. Teil auch lesen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Vielen Dank für deinen Kommentar ;D
      Die liebe Evie ist so ein Fall für sich. Ich bin gespannt, ob wir uns in Band 2 auch wieder über sie aufregen werden ;).

      LG Insi

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Hallo LeseEule!
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