Dienstag, 28. Juni 2016

~Eule rezensiert~ Blutbraut von Lynn Raven




Titel: Blutbraut
Autor: Lynn Raven
Genre: Urban Fantasy / Romance
Seiten: 736
Erschienen am: 11.11.2013
Verlagslink: cbt

 



 
Lucinda Moreira befindet sich bereits ihr halbes Leben lang auf der Flucht. Jedenfalls kennt sie kein anderes Leben. Sie vagabundiert von Stadt zu Stadt, lässt sich immer nur für eine kurze Weile nieder. Doch jetzt hat sie Cris kennengelernt und ist zum ersten Mal verliebt. Gerade als sie Vertrauen fasst, passiert jedoch genau das, wovor sie immer Angst hatte. Ihre Verfolger spüren sie auf, denn Lucinda ist eine Blutbraut und der mächtige, reiche Hexer Joaquin de Alvaro braucht ihr Blut, um nicht zum Nosferatu, einem finsteren Wesen der Nacht, zu werden. Und ihr Schwarm Cris ist niemand anderes als Joaquins Bruder, dem Lucinda blindlings in die Falle getappt ist. Verzweifelt versucht sie sich zu wehren, denn ihre vagen Erinnerungen an die Hexer sind überaus traumatisch für sie. Doch dann lernt sie Joaquin kennen, und alles was sie bisher glaubte zu wissen, gerät ins Wanken.


 
Wer meinen Blog ein bisschen verfolgt hat in den letzten Monaten, wird gemerkt haben, dass ich sehr lange an diesem Buch zu knabbern hatte. Zwischenzeitlich hatte ich auch mit dem Gedanken gespielt es abzubrechen, habe es dann aber doch nicht übers Herz gebracht.

Der Einstieg war für mich wirklich schwierig, weil ich mit Lucinda überhaupt nicht warm wurde. Sie ist naiv, heult rum, bekommt ständig Panikattacken und war für mich einfach nur total anstrengend. Von den dauernden Wiederholungen der Adjektive, mit der die Autorin ihre Protagonistin versieht, mal ganz abgesehen. Ich hätte wirklich erwartet, dass mich bei ihrer Vorgeschichte und ihrem harten Leben, eine taffe, misstrauische Protagonistin durch die Geschichte begleitet, die abgebrühter ist und nicht das kleine Opfer spielt, das gerettet werden muss. Oder vielleicht war auch ich diejenige, die naiv war mit ihren Vorstellungen... So wimmert, keucht und atmet sich Lucinda durch das Buch und schafft es einfach nicht, die starke Protagonistin zu sein, die die Autorin wohl gerne gehabt hätte.

Bis es dann ein wenig erträglicher mit ihr wird, vergehen mal locker 250 Seiten. Das waren die längsten 250 Seiten meines Lebens. Als ich diesen Punkt dann überwunden hatte, ging es tatsächlich etwas bergauf mit dem Buch und mir. Was nicht zuletzt an Joaquin lag, der schon irgendwie echt heiß war und den sich wohl jede Frau an ihrer Seite wünscht. Ein bisschen hat mich die Liebesgeschichte an 'Die Schöne und das Biest' erinnert und diese Geschichte liebe ich. Deshalb habe ich mich dann doch dagegen entschieden, das Buch abzubrechen. Wobei es auch bei den Szenen mit beiden Charakteren zusammen durchaus Momente gab, in denen ich Lucinda einfach nur packen und durchschütteln wollte. Also die volle Dosis konnte ich mir trotzdem nicht geben, weil ich dann schnell wieder genervt war, also habe ich schön langsam, Stück für Stück gelesen und dann funktionierte das auch. Die Atmosphäre gefiel mir auch ganz gut, ich mochte diesen Mafia-Charakter und die spanischen Begriffe. Das hat dem Ganzen etwas Temperament verliehen.

Was der Freude über die entretenden Verbesserungen dann leider doch etwas getrübt hat, waren die unglaublich langen Ausführungen und die Detailverliebtheit der Autorin. Die Seiten zogen sich wie Kaugummi und haben mich einiges an Geduld gekostet. Aber zum Ende hin wurde es tatsächlich auch ein bisschen spannend, was ich gar nicht mehr erwartet hatte. Auch die Details aus Lucindas und Joaquins Vergangenheit waren dann doch interessant genug, um mich bei Laune zu halten. Letztendlich wollte ich dann doch wissen, wie sich alles auflöst und wie es endet. Das Ende an sich ist geschlossen und kann so gut für sich stehen bleiben.


 
Insgesamt hat sich das Buch für mich ziemlich träge, mit nur wenigen Highlights, gestaltet. Man braucht schon einen langen Atem, weil die Story in der ersten Hälfte nur so vor sich hin dümpelt und einfach furchtbar schleppend voran kommt. Lucinda ist mit ihrem Getue nicht gerade hilfreich und einfach nicht so gewesen, wie ich es mir gewünscht hätte. Doch was lange währt wird endlich gut, denn Joaquin macht einiges wieder wett und spannend wird es nach langem Warten dann doch noch. Und es hat durchaus seine Momente, in denen die Liebesgeschichte ganz schön ist. Eine absolute Empfehlung kann ich aber leider nicht geben, dafür war ich dann doch zu enttäuscht.


 
  • (Cover: 3/5)
  • Schreibstil: 2,5/5
  • Story: 2,5/5
  • Charaktere: 2/5
  • Atmosphäre: 3,5/5


Ergibt eine Gesamtbewertung von:





Kommentare:

  1. Hallo Insi,

    deine Rezi macht ja nicht gerade Lust zu dem Buch zu greifen. Gut, dass es mal eine kritische Einschätzung dazu gibt. Diese Längen und Lucinda klingen überhaupt nicht gut. Ich bin ja mal gespannt, wie es mir gefallen wird. Es wird wohl noch eine Weile am SuB liegen blieben.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Ach, lass dich doch nicht von mir abschrecken ;). Vielleicht empfindest du das ja ganz anders.

      LG Insi

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  2. "So wimmert, keucht und atmet sich Lucinda durch das Buch"
    Insi, du bist genial :D

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