Mittwoch, 20. Juli 2016

~Eule rezensiert~ 2in1: Die Beschenkte und Die Flammende von Kristin Cashore



Hallo ihr Lieben,

heute gibt es mal wieder eine Doppelrezi zu zwei Bänden einer Reihe, die mich ein wenig Nerven gekostet hat und von der ich wohl den dritten Band nicht mehr lesen werde... Wieso, warum, weshalb erzähle ich euch jetzt ;).




Titel: Die Beschenkte
Original: Graceling
Band 1 von 3
Autor: Kristin Cashore 
Genre: High Fantasy
Seiten: 496 
Verlagslink: Carlsen

 


 
Katsa lebt in einem Königreich, in dem es Menschen gibt, die mit einer besonderen Gabe beschenkt sind. Sie selbst ist eine solche Beschenkte und deshalb für den König ihres Landes, der obendrein ihr Onkel ist, von großem Wert. Denn ihre Gabe ist die des Tötens und dafür ist sie in den Sieben Königreichen bekannt und gefürchtet. Doch Katsa, im Grunde ihres Herzens ein guter Mensch, begnügt sich nicht nur damit, Leute für den König zu töten, die er für eine Bedrohung hält oder die nicht handeln wie er es wünscht. Im Geheimen hat sie mit dem Prinzen und ihren zwei Handlangern einen Rat gegründet, mit dessen Hilfe sie versuchen will, auch Gutes zu tun. So kommt es, dass sie einen Mann von der Insel Lienid befreit, der vom benachbarten König entführt und eingekerkert wurde. Dabei trifft sie auf den mysteriösen, beschenkten Kämpfer Bo, der scheinbar ähnliche Pläne hatte. Denn der gefangene Mann ist sein Großvater und was genau es mit der Enführung auf sich hat, völlig unklar. Gemeinsam versuchen Katsa und Bo das Geheimnis zu ergründen und begeben sich auf eine beschwerliche Reise.


 
Schon lange verweilte diese Trilogie auf meinem SuB und wollte gelesen werden. Endlich habe ich sie erhört und mir eigentlich viel davon erhofft, weil mich unter anderem die Idee mit den Gaben sehr angesprochen hat. Aber wie es halt manchmal so ist, artete das Ganze in eine ziemliche Enttäuschung aus. 

Der Einstieg gestaltete sich schon als problematisch für mich, weil man einfach ohne großes Vorwissen und ohne Einführung in die Geschehnisse geworfen wird. Langsam kommt zwar Eins zum Anderen, aber bis es so weit war, bin ich in der Geschichte herum gerudert und wusste nicht so richtig wie mir geschieht. Die Welt der Sieben Königreiche wird auch einfach nicht vernünftig erklärt, bzw. viel zu spät erklärt. 

Protagonistin Katsa war mir auch nur teilweise sympathisch. Ich mochte es, dass sie sehr taff und kämpferisch rüber kommt und auch, dass sie mit ihrer Außenseiterrolle zu kämpfen hat, aber einige ihrer Entscheidungen und Handlungen habe ich nicht so richtig verstanden. Ich habe z.B. nicht verstanden, warum sie sich überhaupt so lange schon von ihrem Onkel, dem König, hat ausnutzen lassen obwohl es ihr total gegen den Strich geht. Es wurde einfach nicht klar, warum sie all die Morde für ihn begeht. Erst als sie auf Bo trifft und sie herausfinden will, was im benachbarten Königreich vor sich geht, handelt sie plötzlich selbständig. Warum ging das nicht schon vorher? 
Auch gefühlsmäßig konnte mich die Gute leider nicht erreichen. Ähnlich war es mit allen anderen Charakteren. Ich fand Bo zwar auch ganz okay, aber auch er wurde für mich nie wirklich greifbar, sodass ich mit ihm hätte mitfiebern können. Der Einzige, der ein paar Sympathiepunkte bei mir sammeln konnte, war Prinz Raffin und der kam leider nicht oft vor.

Auch das Tempo der Geschichte hat mir gar nicht gefallen. Alles war so unglücklich platziert. Wenn mal Spannung aufkam, dann war sie im nächsten Moment auch schon wieder verflogen. Und dazwischen herrschte einfach gähnende Langeweile. Unsere Protagonisten sind die meiste Zeit einfach nur auf Reisen und es wird bis ins Detail beschrieben wie sie da langreiten, wie sie überleben, wie das Klima ist usw. Dieses Ungleichgewicht hat mich total rausgebracht und dafür gesorgt, dass ich auch die interessanten Szenen gar nicht mehr so interessant fand und mir die Story irgendwo echt egal war. Damit will ich nicht sagen, dass der Schreibstil total schlecht war, aber der Bringer war er halt auch nicht. Einfach nichts besonderes und mehr gewollt als gekonnt.

Das Ende war ganz nett, aber berühren konnte mich das alles da schon lange nicht mehr. Wir lernen auch die Protagonistin für den 3. und letzten Band kennen, was dann letztendlich auch ein Grund ist, warum ich diesen Band nun nicht mehr lesen werde, da mich allein ihr Name schon aufregt. Ich finde allgemein die Namen der Charaktere nicht sonderlich ansprechend muss ich sagen.


 
Im Grunde hatte das Buch ein paar wirklich tolle Ideen auf Lager und ein interessantes World Building. Leider wurde das alles durch die Umsetzung zunichte gemacht. So viel verschenktes Potenzial tut fast schon weh, aber ich fands halt leider echt langweilig und es hat mich nicht mitreißen können.


 
  • (Cover: 3/5)
  • Schreibstil: 2/5
  • Story: 2/5
  • Charaktere: 2,5/5
  • Atmosphäre: 2/5


Ergibt eine Gesamtbewertung von:






Titel: Die Flammende
Original: Fire
Band 2 von 3
Autor: Kristin Cashore
Genre: High Fantasy
Seiten: 510
Verlagslink: Carlsen

 



 
Neue Protagonistin, neues Glück, so dachte ich und habe Band 2 dann noch eine Chance gegeben. Am Anfang sah es auch wirklich gut aus, den Prolog fand ich unglaublich vielversprechend, aber der Eindruck hat sich dann auch schnell wieder verflüchtigt. 

Obwohl ich nicht großartig spoilern würde, da diese Geschichte unabhängig von Band 1 ist und vor den Ereignissen dort spielt, verzichte ich jetzt mal auf eine Inhaltsangabe und mache es kurz. Es geht hier um Fire, die in einem anderen Teil des Landes aufgewachsen ist, wo es keine Beschenkten gibt. Dafür aber Monster, wie die Bevölkerung sie nennt. Meistens Tiere in schillernden Farben, die wunderschön sind und mit Gedankenkontrolle ihre Umwelt beeinflussen können. Fire ist das letzte menschliche Monster, von unglaublicher Schönheit und kann andere mit Kraft ihrer Gedanken manipulieren. Beste Voraussetzungen eigentlich um diese Macht zu ihrem Vorteil zu missbrauchen, wie es ihr Vater schon getan hat. Doch auch Fire ist, wie Katsa aus Band 1, ein gutes Mädchen und missbraucht ihre Gabe nicht. 

Insgesamt kann man schon sagen, dass sich Katsa und Fire recht ähnlich sind. Mit dem Unterschied, dass Fire weniger abgebrüht rüber kommt. Ich fand sie angenehmer und als Person auch ein wenig interessanter aufgrund ihrer Fähigkeit und ihrer Geschichte. Bei ihr kamen die Gefühle auch besser bei mir an. Das stellt aber nur eine minimale Verbesserung zu Band 1 dar. Im Übrigen ähnelt sich das Schema und das Grundgerüst der Bücher sehr. Gefährliches und wunderschönes Mädchen muss ihren Platz in der Welt und zu sich selbst finden, trifft auf geheimnisvollen, anfangs distanzierten Typen und verliebt sich und zusammen retten sie die Welt. Bäm! So schnell hat man ein Buch zusammen gefasst xD.

Achja und nicht zu vergessen: ein bisschen durchs Königreich geritten wird ja auch noch. Die obligatorische langweilige Reise war auch in diesem Buch wieder vorhanden. Es gab zwar auch hier wieder ein paar spannende Momente und die waren auch geringfügig besser ausgearbeitet, aber mal im Ernst: Das hat es auch nicht rausgerissen. Es gab einfach wieder zu viele Längen die unheimlich aufgehalten und mich im Lesefluss extrem gestört haben. Was die Beziehungen der Charaktere zueinander betrifft, fand ich das Buch auch mehr als seltsam... Die Liebesgeschichte(n) darin haben auf mich irgendwie mehr verstörend gewirkt als romantisch.


 
Eine klitzekleine Verbesserung konnte ich feststellen, aber alles in allem muss ich leider sagen, dass diese Trilogie mir nichts gibt. Es ist langweilig und spätestens nach diesem Band einfach nur einfallslos und wenig fantasievoll. Ich bleibe dabei: Band 3 wird nicht mehr gelesen, den erspare ich mir. Schade drum, aber besser, als wenn ich mich wieder in die nächste Leseflaute stürze. 
Ich kann diese Bücher leider nicht weiter empfehlen.


 
  • (Cover: 3/5)
  • Schreibstil: 2/5
  • Story: 2,5/5
  • Charaktere: 2,5/5
  • Atmosphäre: 2,5/5

Ergibt eine Gesamtbewertung von:






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