Donnerstag, 25. Januar 2018

~Eule rezensiert~ Echo Boy von Matt Haig







Echo Boy von Matt Haig
(engl.: Echo Boy)
Übersetzt von Violeta Topalova
Einzelband
Dystopie (YA)
400 Seiten
Erschienen am 09.12.2016 bei dtv








Audrey lebt in einer Welt, die von moderner Technik bestimmt wird und in der künstliche Menschen, die sogenannten »Echos« , darauf programmiert sind, jeden Befehl ihres Besitzers auszuführen. Eines Tages passiert das Unfassbare: Ein scheinbar defekter Echo tötet Audreys Eltern. Mit knapper Not kann sie entkommen und findet Unterschlupf bei ihrem Onkel. Dort trifft sie auf Daniel.

Daniel ist ein Echo – und er fühlt sich zu Audrey hingezogen, etwas, das eigentlich nicht sein kann. Doch er will sie beschützen. Denn Audrey schwebt noch immer in Lebensgefahr... (Klappentext lt. Verlag)

Den Autor kannte ich bereits von seinem Debüt "Ich und die Menschen", das nach wie vor ein Highlight-Buch für mich ist. Natürlich musste ich da auch sein erstes Jugendbuch lesen. Ich hatte es im Mai 2017 schon mal angefangen zu lesen und dann nach etwas längerer Pause im Dezember endlich beendet. Was allerdings weniger an dem Buch selber lag, als an dem, was mir ständig dazwischen kam. Auch wenn es kein weiteres Highlight wurde, so habe ich "Echo Boy" doch gerne gelesen.

"Aber manchmal ist das Ende nur ein verkleideter Anfang." (Pos. 4484 im Ebook)

Und der Anfang war durchaus schon gleich recht turbulent, denn wir sind dabei, als Audrey ihre toten Eltern findet und fliehen muss um nicht auch von der defekten Echo erwischt zu werden. Sie flieht zu ihrem Onkel, da sie keinen anderen Ausweg weiß. Und auch, wenn das nicht unbedingt ihre Traumvorstellung ist in dessen Haus zu leben, so arrangiert sie sich vorerst damit. Denn als Echo-Entwickler ist das Haus ihres Onkels natürlich voll von den lebensecht wirkenden und allzu menschlich aussehenden Robotern vor denen es Audrey seit dem Vorfall so graut.

Audrey hat mir als Charakter gut gefallen und vor allem mochte ich es sehr, dass Matt Haig sie hat trauern lassen und das Thema der ermordeten Eltern nicht gleich vom Tisch gewischt hat. Ich fand das ziemlich authentisch, dass er Audrey erstmal dieses lähmende Gefühl hat beibehalten lassen. Denn trotzdem konnte das mutige und tapfere Mädchen noch agieren und sich mit ihrer Situation auseinander setzen. Auch die Begegnungen mit dem Echo Daniel waren zu Anfang nur sehr spärlich gesät und ich hatte schon die Hoffnung, dass es vielleicht sogar keine richtige Liebesgeschichte geben würde. Nach der Hälfte wurde diese Hoffnung allerdings zerschlagen, denn die Lovestory kam und das hat mir leider überhaupt nicht gefallen. So gut Matt Haig mit den Gefühlen seiner Protagonisten umgegangen ist bisher, so plötzlich hat er die Situation dann auch gekippt. Die Liebe der Beiden zueinander kam für mich aus heiterem Himmel und war überhaupt nicht nachvollziehbar. Sie hatten vorher nur wenige Sätze miteinander gesprochen, kennen sich kaum, Audrey hat die ganze Zeit noch immer Angst oder zumindest großes Unbehagen in Gegenwart von Echos verspürt und nur weil er sie rettet sind es plötzlich die großen Gefühle? Sorry, aber mich hat es nicht überzeugt. Das war zwar das größte, aber leider auch unlogischste an der Geschichte, was mich wirklich ein bisschen aufgeregt hat.

Als die beiden getrennt voneinander agiert haben, war die Story aber durchaus spannend und vor allem toll geschrieben. Matt Haig hat einen Schreibstil mit Weidererkennungswert und ich kam super schnell und flüssig durch das Buch. Die Erklärung warum Daniel so anders agiert als alle anderen Echos fand ich auch plausibel. Die Wendungen und zu erfahren was alles dahinter steckt haben mir wirklich Spaß gemacht. Das Ende lässt vielleicht einen zweiten Teil vermuten, aber man kann es so als abgeschlossen betrachten. Über einen 2. Band ist bisher auch nichts bekannt.
Ein gutes Jugendbuch, das Spaß macht und sicherlich auf seine eigene Art viel Unterhaltung bietet. Auf jeden Fall schön geschrieben, wenn auch im Miteinander der Charaktere nicht ganz gelungen. Ich bereue es nicht, es gelesen zu haben und kann es als leichte Lektüre für Zwischendurch durchaus empfehlen.










Kommentare:

  1. Hallo Insi!

    Das Buch hab ich natürlich auch auf dem Schirm, aber was du hier beschreibst klingt jetzt nicht unbedingt nach dem, was ich mir hier erwartet hätte.
    Liebesgeschichte zwar schon, wegen dem Klappentext, aber wie das umgesetzt wurde scheint das nicht so wirklich geglückt zu sein. Das ist echt schade :(

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Ja, ich fands auch schade, aber mir hat die Entwicklung der Lovestory halt einfach nicht gefallen, weil es so aus dem Nichts kam. Ich hätte mir jedenfalls eine andere Umsetzung gewünscht.

      LG Insi

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