Donnerstag, 15. März 2018

~Eule rezensiert~ Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow von Rainbow Rowell







Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow von Rainbow Rowell

(engl.: Carry on)
Übersetzt von Brigitte Jakobeit
Einzelband
Urban Fantasy
528 Seiten
Erschienen am 04.08.2017 bei dtv








Simon Snow ist der mächtigste Zauberer, den die Welt der Magie je hervorgebracht hat. Wäre da nur nicht die Tatsache, dass Simon völlig unfähig ist, seine magischen Kräfte zu steuern. Aber dafür ist ja Watford da, das Zaubererinternat. Für Simons Zimmergenossen Baz – Vampir aus angesehener Familie und Simon in freundlichem Hass zugetan – ist er, der Auserwählte, eine wahre Fehlbesetzung. Am liebsten würde Baz den Magie sprühenden Simon mit seinen spitzen Zähnen ein für alle Mal erledigen. Doch dazu kommt es nicht, vorerst zumindest. Denn die verfeindeten Jungs tun sich zusammen, um gemeinsam mit ihrer blitzgescheiten Schulkameradin Penelope den Mord an Baz' Mutter aufzuklären. Für Simon beginnt eine Achterbahn der Gefühle. Und die Welt der Zauberer steht fortan nicht nur in Liebesdingen kopf. (Klapptentext lt. Verlag)
Nachdem ich vor ein paar Jahren "Fangirl" von der Autorin gelesen habe, wollte ich natürlich auch unbedingt dieses Buch lesen. Denn Simon Snow spielt dort eine große Rolle. Es ist das Fandom zu dem die Protagonistin aus "Fangirl" eine Fanfiction schreibt. Und nun hat Rainbow Rowell dieser Fanfiction ein ganzes Buch gewidmet.

An wen dieses Fandom rund um Simon Snow erinnern soll, wird relativ schnell klar. Zauberer, Internat, da klingelt es doch recht schnell und man kann in der Tat viele Parallelen zu Harry Potter entdecken. Trotzdem ist Simon Snow auch eine ganz eigene Geschichte, denn es kommen noch einige andere Aspekte hinzu.

Ich hatte mich sehr darauf gefreut in ein Harry Potter ähnliches Universum abzutauchen und vielleicht ein paar nostalgische Momente erleben zu können. Das hat zum Teil auch wirklich gut funktioniert. Auf der anderen Seite war diese Geschichte aber auch sehr seltsam.

Die meiste Zeit hatte ich leider das Gefühl, dass nicht wirklich etwas passiert oder dass das, was dann mal passiert, nichts für die Geschichte tut. Der Fokus liegt nicht nur auf den Charakteren und ihrem Miteinander, sondern es gibt auch eine Story drumherum mit einem Bösewicht, den es zu schlagen und einen Jahre alten Mord den es aufzuklären gilt. Und natürlich ist da Simon als Retter der Magierwelt, der mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Aber ich hatte teilweise einfach den Eindruck, dass mir Vorwissen fehlen würde und oft habe ich nach einem roten Faden gesucht und ihn nicht gefunden. Keine Ahnung, ob ich das alles so verstanden habe was da passiert.

Die Konflikte zwischen den Charakteren und gerade auch die Spannungen zwischen Simon Snow und seinem Zimmergenossen Baz waren interessant und es hat mich gut unterhalten. Man hat schon ein wenig diesen Fanfiction-Charakter gespürt und das hat mir persönlich gut gefallen, weil ich das eben auch so erwartet und erhofft hatte. Simon und Baz und all die anderen haben mir als Figuren ebenfalls zugesagt und ich konnte mich relativ schnell mit ihnen anfreunden. Die Autorin wechselt auch in der Perspektive regelmäßig zwischen den Charakteren, mal erzählt Simon, dann Baz, dann Simons beste Freundin Penelope usw. Eigentlich sollte dadurch eine gewisse Dynamik entstehen und das hat zum Teil auch gut funktioniert, aber manchmal hätte ich mir dann doch lieber nur die Sicht von Simon und Baz gewünscht, weil das einfach der spannendste Handlungsstrang war. Dadurch, dass mehrere Personen zu Wort kommen, zieht sich alles etwas in die Länge, was ich einfach auch unnötig fand. Komprimierter hätte es vielleicht einen konstanten Spannungsbogen gegeben und nicht diese Durststrecken zwischendurch. 

Die Lovestory, die sich hier entwickelt und die ein Hauptbestandteil des Buches ist, fand ich ganz süß. Aber die Auflösung war leider genauso komisch wie die übrige Story. Der Mord rund um Baz' Mutter war noch ganz spannend zu verfolgen, aber was den großen Feind der Magierwelt betrifft, bin ich etwas zwiegespalten. Ich saß am Ende nur da und dachte: "Das war es jetzt?" Sicherlich ein Abschluss der etwas anderen Art und für den ein oder anderen möglicherweise auch ganz erfrischend, aber ich persönlich war etwas enttäuscht und unzufrieden.

Leider nicht so gut wie ich erhofft hatte, aber trotzdem ganz unterhaltsam auf eine skurrile Art. Es wirkte alles etwas unausgegoren, aber es hatte auch seine guten Momente. Man muss es nicht unbedingt lesen, es sei denn, man war wie ich von dieser Fanfiction-Idee aus "Fangirl" so angetan. Natürlich kann man das Buch auch vollkommen unabhängig davon lesen. Letztendlich muss man sich aber bewusst sein, dass die Story speziell ist und daher bestimmt nicht jeden Geschmack trifft.














Kommentare:

  1. Hey =)

    Ich muss ja sagen, dass ich insgesamt etwas mehr vom Buch erwartet habe und trotzdem hat es mir gut gefallen. Im Vergleich zu Fangirl hängt es allerdings ein bisschen hinterher in meinen Augen.

    LG
    Anja

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    1. Ja dem kann ich mich nur anschließen :D. Unterhaltsam war es auf jeden Fall, aber Fangirl war einfach viel viel besser.

      LG Insi

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  2. Hallo liebe Insi,

    obwohl ich "Fangirl" damals ziemlich gerne gelesen habe, werde ich mich vermutlich nicht an dieses Buch wagen. Gewissermaßen bestätigt mich deine Rezension darin nochmal, weil deine Kritikpunkte genau das sind, was ich insgeheim befürchte. Abgesehen davon käme es mir irgendwie merkwürdig vor, eine fiktive Fanfiction zu einer fiktiven, aber deutlich an "Harry Potter" angelehnten Reihe zu lesen. xD

    Liebe Grüße ♥

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    1. Es war ja auch durch und durch merkwürdig xD. Du würdest nichts verpassen, wenn du es nicht liest ;).

      LG Insi

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