Sonntag, 24. Juni 2018

~Eule rezensiert~ Irgendwas von dir von Gayle Forman







Irgendwas von dir von Gayle Forman

(engl.: I was here)
Übersetzt von Stefanie Schäfer
Einzelband
Jugendbuch / All Age 
352 Seiten
Erschienen am 25.04.2018 bei Fischer JB








Als ihre beste Freundin Meg sich in einem Motelzimmer umbringt, ist Cody völlig geschockt. Sie und Meg haben sich immer alles anvertraut – wieso hat sie nichts geahnt? Aber als sie zu Megs College in Tacoma, nahe Seattle, fährt, um deren Sachen zusammenzupacken, entdeckt sie, dass es vieles gibt, von dem Meg ihr nie erzählt hat. Cody wusste nichts von ihren Mitbewohnern, von Ben, dem geheimnisvollen Typen mit der Gitarre und dem spöttischen Grinsen. Und sie wusste nichts von der verschlüsselten Datei, die sie nicht öffnen kann – und die, als sie es doch schafft, plötzlich alles, was sie über den Tod ihrer Freundin zu wissen glaubt, in Frage stellt.
Dieses Buch hatte ich ganz spontan im Buchladen mitgenommen, als ich es da so liegen sah. Ich wollte schon lange einmal etwas von der Autorin lesen und auch mal wieder ein bisschen raus aus meiner Fantasy-Zone. Dieser kleine Ausflug hat mir auf jeden Fall gut getan und ich habe das Buch gerne gelesen.


Das Cover ist leider etwas irreführend, da es doch eher nach locker leichter Sommerlektüre aussieht. Was es aber überhaupt nicht ist. Das Buch behandelt ein sehr ernstes Thema und da finde ich die Aufmachung tatsächlich ein wenig unpassend, da auch der Ton in der Geschichte ein recht ernsthafter ist, auch wenn die Autorin das ganz wunderbar einfühlsam verpackt. Hier erwartet euch also keine oberflächliche Story, sondern schon etwas tieferes. Aus diesem Grund konnte ich das Buch auch nicht in einem Stück lesen, sondern musste immer wieder etwas längere Pausen einlegen, weil es mich doch irgendwie runter gezogen hat. 

Dementsprechend sind die Stimmung und die Atmosphäre auch ziemlich bedrückt. Protagonistin Cody ist natürlich sehr mitgenommen vom Tod ihrer besten Freundin und sucht nach Antworten. Warum hat sie nie auch nur ein Anzeichen bemerkt, dass es Meg nicht gut ging? 
Ich fand es wunderbar, wie die Autorin aufzeigt, dass man eben nie in einen Menschen hineingucken kann und dass man sich dafür aber auch nicht die Schuld geben darf, wenn manche Geheimnisse unentdeckt bleiben. Kennt man einen Menschen jemals vollkommen in und auswendig? 
Mit Cody mitzufühlen war einfach, auch wenn sie selbst sicherlich kein einfacher Mensch ist und ihre Päckchen zu tragen hat. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt und ihre Mutter ist auch nicht gerade der einfühlsamste und mütterlichste Typ, den man sich als Kind wünsche kann. Meg und deren Familie waren daher wie ihre eigene. Vollkommen klar, dass nun für sie eine komplette Welt zusammen gebrochen ist. Sie wirkte auf mich ganz oft als würde sie automatisch und wie in Trance agieren. Ihre Emotionen rauszulassen schien ihr sehr schwer zu fallen und so war sie zwar eher ruhig und reserviert, aber gerade das fand ich authentisch. Nicht jeder Mensch flippt komplett aus, viele machen die Dinge auch mit sich selber und im Stillen aus.

Cody macht sich auf Wunsch von Megs Eltern natürlich auf den Weg in Megs Studenten-WG nach Seattle um dort das Zimmer auszuräumen und die Sachen zu Megs Eltern zu schaffen. Dort stößt sie nicht nur auf deren Mitbewohner, sondern auch auf Geheimnisse und Ungereimtheiten in Megs Leben, die sie letztendlich dazu antreiben Nachforschungen anzustellen, was Meg dazu gebracht hat, diese drastische Entscheidung zu treffen und ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Bei ihren Recherchen trifft sie auf Ben, dem Leadsänger einer Rockband, ein verwegener und charmanter Kerl, in den Meg scheinbar verliebt gewesen ist. Da muss mehr dahinter stecken und Cody und Ben kommen sich näher.

Grundsätzlich mochte ich die Geschichte gerne. Sie war ruhig und traurig, hatte aber auch ihre spannenden Momente. Mir gefiel die Art wie die Autorin sie erzählt, ebenfalls ruhig aber mit einem leichten, flüssigen Schreibstil, dem man gut und schnell folgen kann. Die Dinge, auf die Cody stößt sind schon erschreckend, vor allem, weil man sich gut vorstellen kann, dass es ganz genau so passiert. Einzig die Liebesgeschichte in dem Buch hat mir nicht ganz so gut gefallen, aber das scheint nur wieder mein eigener Geschmack zu sein. Mir kam das alles einfach ein bisschen seltsam vor, ohne das ich nun genau benennen könnte, woran das liegt. Die Auflösung und das Ende hingegen haben mir gut gefallen und lassen keine Fragen offen. 

Auf einfühlsame Art geht die Autorin auf dieses doch sehr heikle und ernste Thema heran und hat eine lesenswerte Geschichte geschaffen, die den Leser fesselt, obwohl es ruhig vonstatten geht. Nicht alles daran hat mir komplett gefallen, aber insgesamt fand ich das Buch wirklich gut. Wer sich für so tiefe, ernste Themen interessiert, sollte vielleicht mal einen Blick darauf werfen. 

















Kommentare:

  1. Hallo Insi,

    hinter dem Cover und Titel hätte ich auch eine leichte Sommerlektüre vermutet. Ab und zu finde ich es sogar gut, wenn man von der Aufmachung überrumpelt wird. Freut mich, dass sich das Buch für dich gelohnt hat!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Manchmal mag das ne ganz nette Überraschung sein, aber in diesem Fall mit diesem Thema mochte ich diesen Kontrast jetzt nicht so ;). Danke <3

      LG Insi

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  2. Liebe Insi,

    ich gebe dir recht, was das Cover anbetracht. Hier hätte ich auch keine so ernste Geschichte erwartet, aber mir gefällt die Farbe total und allein für sich, finde ich das Cover wirklich schön. Ebenso die Geschichte, die einfühlsam und sehr berührend klingt.

    Ich danke dir vielmals für deine schöne Rezi, die mich sehr angefixt hat das Buch zeitnah zu lesen. Zum Glück besitze ich es schon ;)

    Liebe Grüße,
    Caterina

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    1. Oh dann wünsche ich dir viel Spaß beim lesen ^^.
      So allein für sich finde ich das Cover auch nicht schlecht, es passt nur nicht 100% zur Geschichte meiner Meinung nach. Aber der Story tut das ja trotzdem keinen Abbruch ;).

      LG Insi

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